Besuchsverbot wird akzeptiert

Christophorus-Krankenhaus: „Manche Preise für Schutzausrüstung haben sich verzehnfacht“

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Das St. Christophorus-Krankenhaus in Werne hat sich ebenso wie andere Kliniken so aufgestellt, dass die Intensivkapazitäten bei Bedarf aufgestockt werden können.

Werne – Die Krankenhäuser in der Region sperren wegen des Coronavirus die Besucher aus – und die Angehörigen haben offenbar großes Verständnis dafür. Das begeistert Ludger Risse, Standortleiter des Christophorus-Krankenhauses in Werne, ebenso wie der große Einsatz seiner Mitarbeiter, bei denen er sich ausdrücklich bedanke. Eins bringt ihn aber „auf die Palme“.

„Das Besuchsverbot wird total akzeptiert“, sagt Risse. Wütend mache es ihn aber, wenn sich Firmen durch die aktuelle Situation bereichern. „Manche Preise für Schutzausrüstung haben sich verzehnfacht“, schildert Risse und ergänzt, dass derlei Geschäftsgebaren in Krisenzeiten seiner Meinung nach auch strafrechtliche Konsequenzen haben sollte. 

Angesichts der Preise, aber vor allem mit Blick auf den weiteren Anstieg an Corona-Fällen haushalte man aktuell mit Atemmasken, Kitteln und Co. Noch sei die Ausstattung im Haus ausreichend, man wisse aber nicht, wie sich die Pandemie entwickele.

In Hamm haben Unbekannte hunderte Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel aus einem Krankenhaus gestohlen.

Besuchsverbote in Unna, Kamen, Werne und Lünen

Ein Besuchsverbot gilt auch in den Krankenhäusern in Unna, Kamen und dem Krankenhaus St. Marien, das neben dem „St. Christophorus“ zum Katholischen Klinikum Lünen/Werne zählt. Ausnahmen gibt’s nur wenige – etwa bei schwerstkranken Patienten sowie für werdende Mütter in den geburtshilflichen Kliniken. 

Im Christophorus-Krankenhaus sind derweil schon einige Dutzend planbare Eingriffe verschoben worden, aber nicht unbedingt alle. „Wir müssen auch hier auf unsere Ressourcen achten“, erläutert Risse. Wenn etwa bei einer planbaren Operation Blutkonserven benötigt würden oder klar sei, dass danach ein Intensivbett belegt wäre, nehme man Abstand davon. 

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„Notfälle sowie dringende Eingriffe und Behandlungen werden wie bisher versorgt“, hatte Axel Weinand, Geschäftsführer des Klinikums Lünen/Werne, bereits am Montag mitgeteilt. Und: „Wir stellen uns aktuell so auf, dass wir gut vorbereitet sind, um die stationäre Gesundheitsversorgung auch für die kommenden Wochen und Monate auf möglichst hohem Niveau zu gewährleisten.“ Einen an Covid-19 erkrankten Patienten gab es am Mittwochmorgen im „St. Christophorus“ noch nicht. „Das kann sich aber stündlich ändern“, sagt Risse. 

Intensivbehandlungsplätze werden eingerichtet

Freiwerdende Kapazitäten an Betten und Personal würden dazu genutzt, um mehr Intensivbehandlungsplätze und Isolationsbetten zu schaffen und um möglichst viele Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen bereitstellen zu können. „Unsere Mitarbeiter ziehen da großartig mit“, unterstreicht der Standortleiter. Seinen Worten nach sind die Krankenhäuser in der Region im Austausch miteinander, zwischen Werne und Lünen gebe es eine tägliche Videokonferenz. 

Hier wurde ein zentraler Covid-Koordinationsstab eingerichtet, der notwendige Maßnahmen koordiniert und die Organisation laufend den neuen Gegebenheiten anpasst. Am Standort Lünen hat das Katholische Klinikum derweil die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung ins nebenliegende Aktivum- Gebäude verlegt. 

Damit wird verhindert, dass die Patienten durchs Krankenhaus gehen müssen. „Das Katholische-Klinikum Lünen-Werne ist voll handlungsfähig und wird auch weiterhin die Notfallversorgung unter anderem mit Herzinfarkt, Schlaganfall, Unfallverletzte, die Versorgung mit Intensivmedizin und die Versorgung mit dringend notwendigen operativen Eingriffen und vielen anderen Behandlungen sicherstellen“, sagt Geschäftsführer Weinand.

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