Causa Maaßen plagt SPD-Basis in Werne

+

Werne - „Was wir an der Basis mühsam mit den Händen aufbauen, machen die in Berlin mit den Füßen wieder kaputt!“ Siegfried Scholz, Werner SPD-Chef, mag seinen Frust über die ungewöhnliche Ablösung des Verfassungsschutzpräsidenten Maaßen nicht verbergen. Bei der hiesigen CDU ist man gelassener.

Applaus wird es für Maaßens Versetzung auf einen höheren und besser dotierten Posten nicht geben. Das schlägt dem Werner SPD-Vorsitzenden täglich entgegen. „Das Unverständnis begleitet mich überall. Auf der Straße, beim Sport, in der Familie“, so Scholz. „In der Partei haben wir in der Mitgliedschaft eine intensive Diskussion, auch auf Facebook. Was da passiert, kann hier in der Partei keiner verstehen – und der Bürger erst recht nicht.“

Scholz: „Seehofer provoziert unablässig"

Der Werner SPD-Vorsitzende war schon mit dem Gang in die Koalition nicht einverstanden. Jetzt erfüllt seine Partei für ihn „als einzige“ die Pflichten aus dem Koalitionsvertrag, indem sie sich um Wohnungsbau, Pflege und weitere „Verbesserungen für die Menschen kümmert“. Aber sie steht in der Causa Maaßen doch am Pranger – weil „Seehofer unablässig provoziert und Merkel nicht mehr die Führungskompetenz hat, das abzustellen.“

Die aktuellste Entwicklung im Fall Maaßen finden Sie hier

Auch Scholz spricht, wie die Parteioberen, davon, mit der Ablösung des Verfassungsschutzpräsidenten sei „das Ziel der SPD erreicht“. Aber er weiß auch um den Preis der zur Schau getragenen Regierungsverantwortung. Wie lange hält die Partei das noch aus? „Beim nächsten Anlass ist die Zeit reif für den Koalitionsbruch“, urteilt er. „Wir treiben die Leute so doch weg von den Parteien und stärken nur die AfD. Ich fürchte, wie die Mehrheit hier im Unterbezirk, dass die SPD ihren ohnehin ramponierten Ruf weiter kaputtmacht.“ 

Jasperneite: „Wir haben genug Probleme“

Das Prinzip Hoffnung fokussiert sich hier auf die Bayernwahl. Wenn die am 14. Oktober vorüber – aus hiesiger Sicht: ausgestanden – ist, könnten sich die Fronten klären, vor allem im Schwester-Zwist der Union: Falls die CSU die Mehrheit verfehlt, wäre Seehofer schwerlich zu halten und der Quertreiber in Berlin von der Bühne. In diesem Punkt stimmt der Werner CDU-Vorsitzende Willi Jasperneite mit den Genossen überein, er formuliert es nur anders: „Ich hoffe, dass die Groko dann zu den Dingen kommt, die sie eigentlich erledigen soll. Wir haben genug Probleme.“ 

Heftige Diskussionen, wie sie die SPD schütteln, gebe es an der CDU-Basis nicht, so Jasperneite, aber Enttäuschung. Zumal mit der Europawahl im kommenden Mai die nächste Bewährungsprobe vor der Tür steht. „Wir müssen das nächste Ziel vor Augen haben: dass die staatstragenden Parteien ordentliche Politik abliefern und Geschlossenheit gegenüber den Extremisten zeigen.“ 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare