Denkmal-Sanierung läuft

Burgstraße 13: Als erstes ist die Fassade dran

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Polier Frank Funck saniert  das Fachwerk.

Werne - Mehr als 20 Container Bauschutt sind in den zurückliegenden Wochen aus dem Haus Burgstraße 13 herausgetragen worden. Jetzt nimmt die lang erhoffte Sanierung des entkernten und denkmalgeschützen Gebäudes Fahrt auf. Mitarbeiter der Zimmerei und Bauschreinerei Voß bringen zunächst die im 17. Jahrhundert errichtete Fachwerk-Fassade auf Vordermann.

„Rund 80 Prozent der Holzes sind noch in Ordnung“, sagt Polier Frank Funck, der zusammen mit Kollege Dirk Hovestadt seit Freitag auf der Baustelle tätig ist. Fast alles ist Handarbeit: das Ausbessern schadhafter Stellen, aber auch das Anpassen ganz neuer Eichenbalken. Zur Sanierung der Fassade wurde diese durch eine Holzkonstruktion abgestützt. Bereits erneuert ist die morsche Sockelschwelle

Renovierung Denkmal Burgstraße 13

 „Das war die Schwachstelle des Hauses. Die Wand war irgendwann mal verputzt worden, es gab Risse, das Holz wurde feucht und konnte nicht mehr atmen“, schildert Funck. Rund vier Wochen dauert die Fertigstellung der Fassade, deren Gefache nach Stand heute mit altem Klinker ausgemauert werden sollen. Wie genau das weitere Prozedere abläuft, wird Schritt für Schritt zwischen dem Bauherrn Ilir Krasniqi, dessen Architekt, der Stadt Werne und dem LWL-Denkmalschutz abgestimmt. „Wir erteilen immer teildenkmalrechtliche Genehmigungen“, erläutert Monika Geißler, Leiterin der Bauordnung bei der Stadt. Sie, ihre Kollegin Petra Göbel und deren Chef, Planungsdezernent Ralf Bülte, nahmen am Mittwoch erfreut zur Kenntnis, das Krasniqi eine Fertigstellung des Objekts für Oktober, November 2018 anstrebt. 

Das sei angesichts der noch ausstehenden Arbeiten durchaus ambitioniert, sagt Bülte, aber machbar. Bei der Stadt sei man überaus glücklich, Krasniqi, der schon mehrfach als Bauherr in Werne auftrat, als Investor gefunden zu haben. „Der Mann ist zuverlässig, steht zu seinem Wort und hat einen Sinn für den Denkmalschutz. Das kann man nicht hoch genug schätzen“, betont etwa Geißler. Krasniqi berichtet, es sei nicht leicht, Geld von Banken für derlei Projekte zu erhalten. Der Baufortschritt an der Burgstraße stehe denn auch in Zusammenhang mit dem aktuell zur Verfügung stehenden Mitteln. Er schließe nicht aus, sich von einzelnen Immobilien zu trennen, um das Vorhaben in Werne erfolgreich abzuschließen. 

Entgegenkommen auf allen Seiten

Im Haus Nummer 13 entstehen drei Mietwohnungen, eine im Erdgeschoss und zwei jeweils über die beiden darüberliegenden Etagen. Architekt Lothar Steinhoff rechnet mit Gesamtkosten für die Sanierung von rund 500 000 Euro. Der Zuschuss der Denkmalpflege für die fachgerechte Ausbesserung der Fassade beträgt dem gegenüber bescheidene 6 000 Euro. Die Burgstraße 13 war lange Jahre Ruine. Alle Beteiligten kamen sich entgegen, um das zu ändern. So gab der Denkmalschutz sein Okay dafür, dass das Fachwerk an den Seitenwänden weitgehend zugunsten kostengünstigerer Steinmauern verschwinden und dass auf den 1588 errichteten Grundmauern im hinteren Teil des Objekts, hin zur Westmauer, ein moderner Aufbau entstehen kann.

 „Für uns und das Stadtbild entscheidend ist die straßenseitige Fassade“, betont Bülte. An den Rändern soll jeweils ums Eck noch ein Fachwerk-Feld realisiert werden. Dass Mieter für die drei Wohnungen mit Größen von 113, 75 und 65 Quadratmetern gefunden werden, ist nach Einschätzung Bültes kein Problem. Es gebe einen Trend zum Leben in der Innenstadt; auch andere Objekte dieser Art seien schnell vermarktet worden. Die Sanierung der Burgstraße 13 dürfte indes spannend bleiben. So sind im Innern des Gebäudes noch nicht alle Balken freigelegt. Wie groß die Schäden sein werden, bleibt abzuwarten. In jedem Fall ist geplant, dass das Holz in den Wohnungen sichtbar bleibt. 

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