Sportstätte werde in Stockum „gebraucht“

Bürgerinitiative enttäuscht über Ratsentscheid zum Lehrschwimmbecken

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Kann das Stockumer Lehrschwimmbecken von einem Verein in Eigenregie betrieben werden? Die BI will diese Option nun prüfen.

Stockum – Die Bürgerinitiative (BI) Lehrschwimmbecken Stockum reagiert mit Enttäuschung auf die neuerliche Entscheidung des Stadtrates, keinen Antrag auf Fördermittel zur Sanierung der Schwimmstätte zu stellen. Gleichzeitig will man sich Gedanken darüber machen, wie es gelingen kann, die Einrichtung durch Bildung eines Vereins oder einer Genossenschaft dauerhaft zu erhalten.

Die Überlegungen stünden aber noch ganz am Anfang, verdeutlichte BI-Sprecherin Kerstin Schwarze-Benning im WA-Gespräch. Und nicht alle rund ein Dutzend Aktive hielten die Idee einer eigenen Betriebsführung womöglich für realisierbar. Das werde sich beim nächsten Treffen der Gruppe zeigen. 

Während CDU und UWW das Lehrschwimmbecken lieber heute als morgen saniert sähen, stellte die FDP dies für den Fall in Aussicht, dass sich ein Dritter als Betreiber findet. In der Ratssitzung am Mittwoch hatten sich die Liberalen zusammen mit SPD, Grüne und Linke noch aus finanziellen Gründen gegen die Beantragung von Fördergeldern gestellt. 

Zwar belaufen sich diese im besten Fall auf 90 Prozent der Sanierungskosten von rund einer Million Euro, doch fallen auch jährlich 110.000 bis 120.000 Betriebskosten an, die gedeckt werden müssen. Bei einer Betriebsführung durch Dritte bedürfe es zweierlei, sagte Schwarze-Benning: Geld und Ehrenamtler, die viel Zeit mitbringen könnten. Über beides verfüge die BI derzeit nicht. 

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Gleichwohl wolle sie sich schlaumachen, unter welcher Rechtsform und mit welchen finanziellen Auswirkungen sich Einrichtungen wie das Lehrschwimmbecken leiten ließen. Dazu werde sie unter anderem das Gespräch mit dem Genossenschaftsverband suchen sowie mit Gruppen, die andernorts die Betriebsführung von städtischen oder ehemals städtischen Einrichtungen übernommen haben. Frühestens dann sei es sinnvoll, auf die Stadt Werne als Eigentümerin des Lehrschwimmbeckens zuzugehen. 

Die Sportstätte selbst werde in Stockum „gebraucht“, betonte Schwarze-Benning. Nicht nur zur Leibesertüchtigung, sondern auch, um den Zusammenhalt im Ort zu stärken. Die Stadt wisse gar nicht, welch „Juwel“ die Einrichtung darstelle. In Horst gebe es eine Dorfgemeinschaft, die mit der Übernahme des Kindergartens gezeigt habe, dass Bürgerengagement erfolgreich sein könne, verdeutlichte die BI-Sprecherin. Das Thema Horst war am Mittwoch auch im Rat angesprochen worden – von der FDP.

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