"Kuscheliges" Krimi-Festival bei Baumhove

Dicke Blutspur entlang der Lippe: So lustig und lecker war's

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Magnus See (l.) und Hartmut Marks trugen bei Baumhove ihre Kriminalgeschichten vor.

Werne - Mord und Totschlag für einen bunten Abend im Restaurant? Hier das Rezept:

Was hat ein gemütliches Essen unter Freunden mit Mord und Totschlag zu tun? Die Autoren Magnus See und Hartmut Marks wissen es: Erstmals in Werne präsentierten sie am vergangenen Freitagabend „Deutschlands kuscheligstes Krimifestival“ - die „Blutige Lippe“. „Keine Sorge, niemand muss sich heute verkleiden oder die Leiche spielen“, kündigte Marks zu Beginn der Veranstaltung bei Kaminfeuer und Kerzenschein im Hotel-Restaurant Baumhove an. Nach einigen blutigen Anekdoten gab es auch schon das erste Gericht: als „blutgetränkte Körperstücke des Hochschwimmers“ getarnten Lachs. Auch ein polizeilich bekanntes Rind gehörte zum Menü.

Schauerliches mit Humor garniert

Die Lesung begann Hartmut Marks mit einer eigenen Kurzgeschichte . Dass seine Hauptfigur ihm durchaus ähnlich ist, war beim Hören schnell zu merken: So ist Jens, der Protagonist, wie vormals Marks, Notfallseelsorger und raucht Pfeife. Und obwohl viel Blut floss, blieb dem Publikum das Grinsen nicht erspart – ob angesichts des Werbespruchs für Bestatter „Wir geben ihrer Zukunft ein Zuhause“ oder beim angehenden Techtelmechtel des Seelsorgers mit seiner alten Flamme Heike. Außerdem gab Marks noch nützliche Tipps auf den Weg: „Häufig identifizieren Pathologen Täter anhand ihrer Tattoos. Achten Sie also darauf, dass Ihre nicht so auffällig sind.“

Orte und Namen schaffen Bezug zur Region

Bekannte und reale Orte entlang der Lippe durften bei seiner Geschichte natürlich ebenfalls nicht fehlen – so endete die Handlung auf der Terrasse des Lippeschlösschens. „Wir bekommen reichlich Anfragen für die ,Blutige Lippe’, am Anfang mussten wir die Autoren noch suchen“, bilanzierte See im Anschluss zufrieden. Er und Marks begleiteten die Autoren dann bei ihrer Reise entlang der Lippe. Ziel der Expedition sei es, das Lebensgefühl der Stadt, in der die Geschichte spielt, möglichst genau einzufangen. See gelang das, indem er regionale Namen in seine Geschichte einbaute – etwa einen Entführer mit Nachnamen „Schniedertöns“.

Blutspur führt zur Mündung in Wesel

Auch See spielt gern mit verschiedenen bekannten Orten. Seine Kurzgeschichte des Abends handelte von drei Verbrechern, die ein Mädchen entführen und die Kommissare zu einer Art Schnitzeljagd herausfordern. Dabei muss die Polizei sieben Orte entlang der Lippe anhand von Hinweisen finden: angefangen bei der Eiche am Schloss Crassenstein in Wadersloh über die Basilika der Heiligen Ida in Lippetal bis zum Marktplatz in Werne. Zum Ende nur so viel: An der Lippebrücke in Wesel färbt sich das Wasser blutig-rot – was so manch einen der rund 60 Zuhörer erschrocken aufatmen ließ. 

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