Unstimmigkeiten nach Blumenampel-Appell

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Im Zug der Stadtmarketing-Aktion „Werne blüht auf“ konnten im vergangenen Jahr rund 60 Blumenampeln in der Innenstadt aufgehängt werden.

Werne - Die Wirtschaftsvereinigung "Wir für Werne" macht sich dafür stark, im Zuge der Aktion "Werne blüht auf" Patenschaften für Blumenampel zu übernehmen. Vorsitzender Michael Zurhorst hatte jetzt die Mitglieder angeschrieben, sich zu beteiligen - der Appell trifft nicht bei allen auf Verständnis.

So weist Hein-Theo Küper, Inhaber von Moden Kroes und einst Vorsitzender der früheren Aktionsgemeinschaft der Kaufleute, die Bitte in einem offenen Brief entschieden zurück. Sein Argument: Kleinbetriebe leisteten bereits genug für die Allgemeinheit. Sein Vorschlag: „Wir für Werne“ sollte alle Blumenampeln zahlen. In dem Brief weist Küper auf eine Steuer- und Abgabenlast von über 20 Prozent für Kleinbetriebe hin. Dem gegenüber stünden Konzerne wie Amazon, die deutlich darunter lägen und das Steuersystem über Verrechnungspreisen und Mietverträgen ausgehöhlten. Überdies führt der Geschäftsmann ins Feld, dass sich seit 2000 die Verkaufsfläche vor den Türen der Stadt verdreifacht habe und viele Kolleginnen und Kollegen – auch wegen des langjährigen Fehlens des Natur-Solebads – „mit dem Rücken zur Wand“ stünden.

Keine Übernahme aller Kosten für die Blumenampeln

Michael Zurhorst, Vorsitzender von „Wir für Werne“ und Verfasser des Mitgliederbriefs, weist Küpers Forderung nach Übernahme aller Kosten für die Blumenampeln zurück. Ganz bewusst habe sich die Wirtschaftsgemeinschaft entschieden, sich begrenzt zu engagieren und eine Patenschaft für jene fünf Exemplare zu übernehmen, die eine optische Anbindung des neuen Solebads an die Innenstadt bewirken sollen. Aus zwei Gründen: Zum einen hätten nicht alle Mitglieder ihren Sitz in der Innenstadt. Zum anderen seien die Mitgliedsbetriebe in der Innenstadt gegenüber den Nicht-Mitgliedern zahlenmäßig in der Minderheit – und auch diese seien aufgefordert, sich im Sinne aller an der Aktion zu beteiligen.

Im Gespräch mit dem WA betont Zurhorst, dass er sich auch über die Art und Weise ärgere, mit der Küper seine Kritik anführt. So seien die Blumenampel-Pläne vor zwei Wochen in der Jahreshauptversammlung von „Wir für Werne“ vorgestellt und für gut befunden worden; Küper habe daran nicht teilgenommen. Überdies seien finanzielle Ressourcen anderweitig verplant. Küpers Meinung, konstatiert Zurhorst, sei eine Einzelmeinung.

Schmücken der Innenstadt nicht Aufgabe der Geschäftsleute

Hubertus Waterhues, im Wir-für-Werne-Vorstand für die Innenstadt-Belange zuständig, verweist darauf, dass die Beteiligung an der Aktion, zu der aufgerufen wird, gänzlich freiwillig geschehe. Würde der Verein alle Blumenampeln bezahlen, dann auch mit Beiträgen von Mitgliedern, die der Aktion unter Umständen skeptisch gegenüber stünden. Es sei legitim, zu der Einschätzung zu gelangen, dass das Schmücken der Innenstadt nicht Aufgabe der Geschäftsleute ist.

Küpers Vorgehensweise habe ihn „etwas irritiert“, meint Waterhues und nennt diese „nicht sehr glücklich“. „Ich hätte mir eine offene Diskussion unter Mitgliedern gewünscht“, betont der Inhaber von „Bücher Beckmann“. Die Notwendigkeit eines offenen Briefs habe sich ihm bis jetzt nicht erschlossen.

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