Globaler Aktionstag auch in Werne

Werner Klimaschützer kritisieren Politik

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In Werne mobilisierte die Bewegung „Parents for Future“ rund 120 Teilnehmer, die zur Kundgebung an der Partnerschaftsuhr kamen.

Werne - Drei Tage vor dem Start der Weltklimakonferenz in Madrid sind am Freitag erneut weltweit abertausende Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. In Werne mobilisierte die Bewegung „Parents for Future“ rund 120 Teilnehmer, die zur Kundgebung an der Partnerschaftsuhr kamen.

„Es ist sehr gut gelaufen und wir sind sehr zufrieden, dass bei dem Wetter so viele Menschen gekommen und so lange geblieben sind“, so „Parents for Future“-Sprecherin Martina Haase. 90 Minuten lang hatten die Teilnehmer Redebeiträge von Erwachsenen und jungen Aktivisten gehört, bei denen es um lokale Themen und die Politik der Bundesregierung ging. 

Dominik Büning von den „Parents for Future“ war einer der Redner bei der Kundgebung in der Nähe der Partnerschaftsuhr am Freitagnachmittag.

„Was die Politik bisher gemacht hat, reicht nicht aus“, sagte Dominik Büning von den „Parents for Future“. Ulrich Höltmann (SPD) verurteilte, wie einige andere Redner, das Klimapaket der Bundesregierung. „Davon bin ich schwer enttäuscht. Offenbar hat die Regierung die Dimension der Erderwärmung noch nicht erkannt“, sagte Höltmann, der auch auf die aktuelle Diskussion, ob Werne einen Klimaschutzmanager braucht, einging. „Ich hoffe, dass die Vernunft siegen wird und wir einen Klimaschutzbeauftragten bekommen.“ 

Klaus Schlüter (Grüne) ärgerte sich darüber, dass es in Deutschland noch immer nicht gelungen sei, ein Tempolimit auf Autobahnen einzuführen. Dass dies sehr schnell gehen könne, hätten jüngst die Niederlande bewiesen. Schlüter und Höltmann waren die einzigen Ratsmitglieder, die eine Rede hielten. „Wir haben alle Fraktionen eingeladen, von den anderen aber keine Antwort erhalten“, so Büning. 

Evakuierung wegen menschengemachter Umweltveränderungen

„Es ist nicht mehr fünf Minuten vor zwölf, sondern fünf Sekunden“, stellte Lebensmittelhändler Clemens Overmann fest. Als Beispiel dafür, dass es Zeit sei, endlich zu agieren, nannte er Jakarta, die Hauptstadt Indonesiens. Dort ließen sich die Folgen von menschengemachten Umweltveränderungen schon erleben. „Da holt sich das Meer die Stadt zurück und Millionen Menschen müssen evakuiert werden.“ 

Wie bei der Kundgebung im September kamen die Besucher der Veranstaltung fast aus allen Altersgruppen. Schülerin Ava Koschmieder war allerdings etwas enttäuscht, dass die Resonanz aus der Schülerschaft überschaubar blieb, obwohl der Unterricht bereits beendet war. „Wir leben ja noch länger auf der Erde und da finde ich es eine gute Sache, sich auch für den Erhalt zu engagieren“, sagte die Elfjährige. 

Neuer Treffpunkt für Klimaschützer

Im Nachgang zur Kundgebung trafen sich Aktivisten und Teilnehmer noch im „Café Future“ in der Familienbildungsstätte, das im Rahmen einer Podiumsdiskussion seine Premiere feierte. Dabei handelt es sich um einen offenen Cafétreff für alle, die das Thema Klima weiterdenken möchten. Organisiert werden die einmal im Monat stattfindenden Veranstaltungen von der „Klimainitiative Werne“, einer Untergruppe der „Parents for Future“ in Kooperation mit der gastgebenden Familienbildungsstätte. Der nächste Termin ist der 12. Dezember. Dann treffen sich die Interessenten dort von 18.30 bis 20.45 Uhr.

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