Frau hat einschlägige Vergangenheit und beengte finanzielle Verhältnissen

Bestellt und nicht bezahlt: Wernerin landet wegen Schlankheitspillen fast im Gefängnis

Pillen und Tabletten
+
Symbolbild

Lünen/Werne – Ein paar Kilo weniger auf den Rippen waren das Ziel einer Wernerin. Schlankheitspillen aus dem Internet sollten sie bei ihrem Vorhaben unterstützen. Als es jedoch um das Bezahlen ging, musste die 49-Jährige passen. Das hatte nun Konsequenzen.

Der verheißungsvolle Name „Turbokapseln“ ließ die Wernerin im Februar auf erfolgreiche Momente auf der Waage hoffen. Sie orderte das Schlankheitsmittel in einem Internet-Shop. 126,50 Euro sollte sie zahlen. Bis heute floss nicht ein Cent. Der betroffene Händler erstattete Anzeige wegen Betrugs. 

Der Verdacht: Die Frau mit einschlägiger Vergangenheit und beengten finanziellen Verhältnissen, die bereits die Eidesstattliche Versicherung abgeben musste, nahm bei ihrer Order zumindest billigend in Kauf, dass sie nicht zahlen können würde. 

Angeklagte versteht die Aufregung nicht

Im Prozess vor dem Lüner Amtsgericht verstand die 49-Jährige die Aufregung nicht. Sie habe das Bezahlen einfach vergessen. Und sie habe der Polizei doch bereits gesagt, dass sie die Rechnung begleichen werde. Natürlich sei danach etwas Zeit ins Land gegangen, aber nun habe sie ja auch wieder einen Mini-Job. „Jetzt bezahl ich das.“ 

Richter Ulrich Oehrle insistierte und erhielt doch noch das Zugeständnis der Wernerin, dass sie etwaige Bedenken damals mit dem Gedanken, das schon irgendwie zahlen zu können, verstummen ließ. Als diese Einsicht dann aber vorhanden war, gelobte sie Besserung: „Ich werde nichts mehr machen und ich werde gucken, dass ich das alles ins Reine bringe.“ 

Und dabei verfehlte die Warnung des Anklägers, dass so etwas irgendwann auch einmal mit einer Freiheitsstrafe enden könne, die Wirkung sicherlich nicht. In diesem Fall blieb es noch einmal bei 50 Tagessätzen à zehn Euro Geldstrafe, die die Wernerin in Raten zu 25 Euro zahlen soll. 

Zum Abschied gab es mahnende Worte von Richter Ulrich Oehrle, die keine Zweifel aufkommen ließen: „Sehen Sie zu, dass Sie die Raten pünktlich zahlen. Sonst müssen Sie für 50 Tage ins Gefängnis.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare