Verkaufsoffener Sonntag in Werne

Beschicker und Besucher nehmen regnerischen Weihnachtsmarkt gelassen

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Mit dem Auftritt des Gospelchores „HeiLights“ füllte sich der Weihnachtsmarkt.

Werne – „Heute wird ein zäher Tag“, prophezeite der Verleger Magnus See und schaute unter dem Dach seiner Hütte in den strömenden Regen. Der dritte Tag des Werner Weihnachtsmarktes stand wettermäßig zunächst unter keinem guten Stern. Doch einige hartgesottene Besucher fanden trotzdem den Weg auf den Kirchplatz.

Und als der Regen gegen Nachmittag aufhörte, füllte sich der Platz zusehendes. Für größeren Andrang sorgte ab 15 Uhr der Gospelchor „HeiLights“ aus Bergkamen mit seinen rhythmisch präzise und schmissig vorgetragenen Songs. 

Die zunehmende Zahl an Besuchern freute Mitglieder des Rotary Clubs Lünen-Werne. Sie verkauften schon in den vergangenen Jahren ein Gutscheinheft auf dem Weihnachtsmarkt. Wer das Heft mit Gutscheinen im Wert von 1 450 Euro erwirbt, unterstützt Projekte für Kinder und Jugendliche in Werne, Lünen und Umgebung. „Der Verkauf läuft heute sehr gut, gemessen daran, dass wenig los ist“, sagte Martin Schmid, der im Club federführend für das Heft verantwortlich ist. „Diejenigen, die wir ansprechen, finden die Aktion gut und sind auch bereit, 10 Euro zu zahlen.“ Mit dem Erlös unterstützen die Rotarier Schwimmkurse, Sprachförderungen und Erste-Hilfe-Kurse. 

Die Rotarier freuten sich über guten Absatz ihres Gutscheinheftes.

Die Mittagszeit bescherte dem Weihnachtsmarkt trotz Regens ein paar Besucher. Und auf der Bühne kämpfte ein Weihnachtsmann tapfer gegen die Tristesse: Jack Tengo las sein Märchen „Die Weihnachtshörnchen“ im Rahmen des literarischen Adventskalenders vor. Knapp zehn Menschen hörten zu, während sie ihr Krautbrötchen oder einen Flammkuchen verzehrten. 

„Jack ist Legastheniker, trotzdem hat er die Geschichte selbst geschrieben und liest sie vor“, erklärte Renate Behr. Die Schriftstellerin hat zusammen mit Tengo ein Buch über Legasthenie aus der Sicht eines Betroffenen verfasst. Verkauft wird es an der Weihnachtshütte der Werner Autoren und Verlage. 

Gut besuchter Samstag

Dort hatte am Samstag reger Andrang geherrscht. „Das war ein perfekter Weihnachtsmarkttag, kalt, trocken und mit Menschen, die sich Zeit genommen haben“, erzählte Magnus See begeistert. Auch dem verregneten Sonntag konnte er etwas Positives abgewinnen: „Schön ist die Kameradschaft unter den Beschickern. Gerade hat unser Nachbar belebende Heißgetränke vorbeigebracht. Wir sind hier eine richtige kleine Familie.“ „Am Samstag lief es ganz gut“, bestätigte Gabriele Göhlich. 

Die Selmerin verkauft hausgemachte Liköre und Marmeladen. Das Obst stammt zumeist aus ihrem eigenen Garten. Oder sie hat es gesammelt, etwa Schlehen oder Holunder. „Die Idee dazu war im wahrsten Sinne des Wortes eine Schnapsidee“, erzählt sie. Angefangen habe es mit selbst gemachtem Kirschlikör ihrer Tochter. Schnell wurde daraus mehr. Inzwischen arbeitet Göhlich das ganze Jahr über auf den Verkauf vor Weihnachten hin. „Die meisten Liköre sind Aufgesetzte, die müssen ohnehin ein Jahr lang stehen – je länger desto besser“, sagt sie. 

Dem Verkaufsoffenen Sonntag erging es ähnlich wie dem Weihnachtsmarkt, er lief ab 13 Uhr schleppend an. „Aber es läuft“, sagte Buchhändler Hubertus Waterhues am vorgerückten Nachmittag. Wie andere Geschäftsleute auch verkaufte er außerdem Plätzchen für einen guten Zweck. Dafür hatte seine Tochter Sophia 13 Stunden lang gebacken. „Wohin der Erlös geht, wissen wir noch nicht, aber er bleibt in Werne“, erklärte Waterhues.

Alle wichtigen Infos zum Werner Weihnachtsmarkt

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