Berufsschüler zeigen Ausstellung über Auschwitz

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Melis Balyoz (li.) und Anja Bitterschulte nahmen an der Bildungsreise teil. Sie fügten ihre Beiträge und Erinnerungen in die Ausstellung ein.

WERNE - Als niederschmetternd, bedrückend, erschreckend schilderten Schülerinnen und Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs ihre Eindrücke, die sie vom Besuch der KZ-Gedenkstätte in Auschwitz mitgebracht haben. Passend zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz am Montag stellten sie ihre Reiseerlebnisse im Rahmen einer Ausstellung im Forum der Schule aus.

Im November des vergangenen Jahres waren 15 Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs zu einer fünftägigen Bildungsfahrt nach Polen gereist. Anlaufstelle war der polnische Partnerkreis des Kreises Unna, Nowy Sacz, im Süden Polens. Möglich wurde die Reise durch Unterstützung der Stiftung „Erinnern Ermöglichen“ NRW, dem Kulturamt des Kreises Unna und dem Förderverein des Berufskollegs. Begleitet wurden die Jugendlichen von zwei Lehrern und der Schulsozialarbeiterin Ilka Essers.

Gedenken der Befreiung von Auschwitz

Gedenken der Befreiung von Auschwitz

Eindrucksvoll schilderten die Schüler ihre Eindrücke vom Besuch des Konzentrationslagers und den Gedenkstätten im jüdischen Ghetto in Krakau. „Wir haben ja im Vorfeld viele Fotos in Büchern gesehen, aber in der Realität waren wir erschreckt über die Größe der Anlage in Auschwitz“, erinnerte sich Melis Balyoz.

Die riesigen Berge von Schuhen und Haaren hätten eindrücklich das Grauen verdeutlicht, dass an der Stelle viele Menschen umgebracht worden seien. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mich das emotional so tief treffen würde“, zeigte sich die junge Frau noch immer berührt. Eindrücklich habe sie auch die großen Bücher erlebt, in denen die Namen der getöteten Menschen verzeichnet sind.

Am Montag hatten nun noch weitere Schüler in drei Workshops die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Thema Rassismus auseinanderzusetzen. Ilka Essers machte mit ihrem Thema „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ deutlich, dass die Menschenwürde ein wichtiger Baustein für die Demokratie und das Zusammenleben überhaupt ist.

Sevgi Kahraman-Brust vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises konfrontierte die Jugendlichen mit dem Thema „Ich bin ein Rassist“. „Es gibt noch immer viele Vorurteile und rassistische Sprüche, jeder muss bei sich selber anfangen“, war das Fazit ihres Workshops.

Mit dem Thema „Religionsfreiheit ernstgemeint“ beschäftigte sich Verena Droste, die vom Multikulturellen Forum in Lünen zu Gast war. Antisemitismus sei auch heute noch nicht verschwunden. Im Gegenteil, das Wort „Jude“ werde vermehrt wieder als Schimpfwort verwandt. Droste wurde in ihrem Workshop von Alexander Krimhand von der Jüdischen Gemeinde in Dortmund unterstützt.

Zu der Präsentation hatten die Schüler des Berufskollegs auch Vertreter des Christophorus- und des Anne-Frank-Gymnasiums eingeladen. „Die Veranstaltung hat zum Nachdenken angeregt. Religionsfreiheit ist auch heute noch nicht gegenwärtig“, so Helena Wolf vom AFG.

Schulsozialarbeiterin Ilka Essers brachte die Eindrücke aus Auschwitz noch einmal auf den Punkt: „Da kommt Scham auf.“ - luk

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