DB: Weitere Schäden am Werner Gleis - NWL mahnt Eurobahn ab 

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So sieht er aus, der neue Zug der Eurobahn. Ab Sonntag sollte er die RB 50 bedienen, doch vorerst rollen die alten wagen weiter. 

Münster/Werne - Schäden am Gleis werden die Züge auf der Strecke Lünen-Münster mindestens bis Sommer '19 lähmen.

Das hat die Deutsche Bahn am Donnerstag bei einem Pressetermin in Münster angekündigt. Derweil tagte in Unna die Versammlung des Nahverkehrsverbandes Westfalen-Lippe (NWL) und ging mit der Eurobahn wegen der massiven Verspätungen und Zugausfälle hart ins Gericht. Für „Organisationsversagen“ – nicht nur bei der hiesigen Regionalbahn 50, sondern auf 15 Strecken in vier Netzen – hat der Verband das Bahnunternehmen ein zweites Mal abgemahnt und weitere Konsequenzen bis zur Kündigung der Verträge angedroht. Die Notbremse will der NWL endgültig ziehen, wenn die Eurobahn nicht einen externen Prüfer zur Verbesserung der Betriebsabläufe ins Haus holt, wie es der Verband nun nachdrücklich verlangt. 

Neue Züge der RB 50 noch nicht zugelassen

Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag, 9. Dezember, wollte die Eurobahn außerdem auf der RB 50 neue Triebwagen vom Typ Flirt 3 mit 540 statt 430 Sitzplätzen pro Einheit als Doppelzug verkehren lassen. Doch den Liefertermin 30. November habe der Hersteller Stadler nicht einhalten können. Die Züge hätten noch keine Freigabe des Eisenbahnbundesamtes, sagte Eurobahn-Sprecherin Nicole Pizutti dem WA. Solange die fünf neuen Züge nicht verfügbar seien, müssten sich die Passagiere der RB 50 weiterhin mit dem eingeschränkten Platz einer alten Triebwageneinheit arrangieren.

Aktuelle Bauarbeiten bis Samstag erledigt 

Es gibt aber zumindest eine gute Nachricht: Die Deutsche Bahn wird die in den vergangenen fünf Wochen nächtens und am Wochenende vorgenommene Reparatur des Gleises um Werne und Ascheberg plangemäß bis Samstag, 8. Dezember abschließen. Die schlechte Nachricht aber lautet: Es sind damit nicht sämtliche Mängel behoben – im Gegenteil: Es müssen in noch größeren Umfang weitere Reparaturen erfolgen, die zunächst ein weiteres Gutachten erfordern. Diese Untersuchungen werden voraussichtlich im März darüber Auskunft geben, was auf drei Kilometern Gleisabschnitt bei Werne und weiteren 1,5 Kilometern zwischen Ascheberg und Davensberg noch getan werden muss – und was das an Einschränkungen im Zugverkehr mit sich bringen wird. 

Einschränkungen noch bis Sommer 2019

Die Bahn geht davon aus, dass die seit Juli geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen von 160 auf 70 Kilometern pro Stunde auf bis Sommer 2019 bestand haben wird. Das hat nicht nur Konsequenzen im Nahverkehr, sondern im gesamten Netz. Die DB behält die Verlegung von Fern- und Güterzügen bei, damit die RB 50 mit verlängerter Fahrzeit auf der eingleisigen Strecke die nötigen Zeitfenster für die Zugbegegnung erhält. Mit dem neuen Fahrplan verschieben sich die Abfahrtzeiten ab Sonntag um eine Minute gegenüber dem alten: Um vier Minuten vor der volle Stunde geht's stündlich nach Münster, um sechs Minuten nach der vollen Stunde nach Dortmund. Der Ersatzfahrplan ist mit Abschluss der Arbeiten am Samstag hinfällig.

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