Deutsche Bahn

Bahnhof Werne: Müll-Meldesystem wird erstaunlich wenig genutzt

Missstände, vor allem Verschmutzungen, rund um den Bahnhof in Werne können Kunden einfach per Whatsapp melden. Allerdings tun das die wenigsten.
+
Missstände, vor allem Verschmutzungen, rund um den Bahnhof in Werne können Kunden einfach per Whatsapp melden. Allerdings tun das die wenigsten.

Mangelnde Sauberkeit sowie Zerstörungen am Bahnhof Werne waren in den vergangenen Jahren häufig diskutierte Themen. Anfang 2020 hat die Bahn ein Meldesystem eingeführt. Wie ist die Resonanz?

Werne - Kaputter Aufzug, beschmierte Wände, zerbrochene Flaschen, überquellende Mülleimer - die Klagen über den Zustand den Bahnhofes in Werne reißen seit Jahren nicht ab. Seit Anfang 2020 hat die Deutsche Bahn ein Müll-Meldesystem eingeführt. Über den Nachrichtendienst Whatsapp können Bahnkunden die Missstände sofort und einfach melden. Die Resonanz ist allerdings ernüchternd.

Bis Ende 2019 konnten Reisende an den elf größten Bahnhöfen, im Bereich des NWL (Nahverkehr Westfalen-Lippe) an den Hauptbahnhöfen in Bielefeld und Münster, Müll per Whatsapp melden. Dies ist seit Beginn dieses Jahres nun auch flächendeckend an allen weiteren 266 Stationen im Raum des NWL möglich. Auch in Werne. 

Das Konzept: Reisende und Bahnhofsbesucher senden einfach und komfortabel eine Whatsapp-Nachricht mit Angabe des genauen Bahnhofs, Standorts und Art der Verschmutzung an die jeweilige Service-Nummer für NRW, die am Bahnhof in Werne gut sichtbar veröffentlicht ist. Die Meldung geht ans Reinigungspersonal, welches so zügig wie möglich mit der Reinigung startet. Auf Wunsch erhält der Kunde eine Benachrichtigung, nachdem die Verschmutzung beseitigt wurde.

Müll-Meldung einfach per Whatsapp schicken

Gerade einmal zwei solcher Meldungen für den Bahnhof Werne verzeichnet die Deutsche Bahn auf Anfrage der Redaktion. „Die beiden Meldungen stammen aus dem April und wurden zügig bearbeitet“, sagt eine Bahnsprecherin auf Anfrage.

Die geringe Resonanz auf das Angebot lässt sich erklären. Denn quasi mit dem Start des Müll-Meldesystems stellte die Eurobahn wegen der Streckensanierung zwischen Davensberg und Lünen den Betrieb ein. Viel weniger Menschen als sonst nutzen den Bahnhof.

Andererseits passieren täglich viele Menschen die Bahnunterführung. „Denen fällt natürlich auch auf, wenn Müll herumliegt“, sagt die Bahnsprecherin. Schließlich stammten die beiden Meldungen in Werne aus der Zeit, da der Bahnsteig wegen der Streckensanierung schon längst nicht mehr genutzt wurde.

Insgesamt stehen drei Reinigungsteams im NWL-Raum zur Verfügung, die auch mit neuen Pkw ausgestattet sind. Das bundesweit einmalige Pilotprojekt ist zunächst für zwei Jahre vorgesehen. Damit können Kunden jetzt an knapp 500 Bahnhöfen deutschlandweit ihr Feedback zur Sauberkeit geben.

Das Angebot der Whatsapp-Reinigung werde sehr gut von Reisenden und Besuchern der Stationen genutzt, hieß es Anfang des Jahres seitens der Bahn: „Bundesweit erreichen uns pro Woche über 400 Nachrichten. Besonders häufig wird von den Reisenden dabei grober Müll gemeldet.“

von Jörg Heckenkamp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare