Bahnstrecke Münster – Lünen – Dortmund

Erneuter Bahngipfel: Bündnis drängt weiter auf Gleisausbau

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Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (Mitte) fasste die Ergebnisse des Bahngipfels im Dortmunder Rathaus zusammen.

Werne/Dortmund – Das Bahnbündnis Westfalen kam am Montagmorgen erneut im Dortmunder Rathaus zusammen. Vertreter von Städten – darunter auch Werne –, Gewerkschaften und Verbänden erneuerten beim Dortmunder Bahngipfel ihre Forderung nach einem sofortigen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Münster – Lünen – Dortmund.

Wirklich konkreter als bei den vergangenen Gipfeln wurde es allerdings nicht. Dies lag mitunter an der Abwesenheit zweier geladenen Gäste: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Bahnvorstand Dr. Richard Lutz wurden Ende August vom Bahnbündnis zum gestrigen Gipfel eingeladen. 

Beide waren der Einladung nicht gefolgt. Begründet wurden die Absagen mit der Weiterentwicklung des Deutschland-Takts 2030, einem abgestimmten bundesweiten Zugfahrplan, der im Rahmen des von Bundesverkehrsminister Scheuer geschmiedeten Zukunftsbündnisses Schiene auf den Weg gebracht werden soll. Man wolle im Rahmen dessen die Ergebnisse eines dritten Gutachterentwurfs mit Blick auf „wirtschaftlich begründete Ausbauten“ abwarten. 

Für die Stadt Werne nahmen Planungsdezernent Ralf Bülte (rechts) sowie Berater Karl-Friedrich Ostholt an dem Bahngipfel teil.

Die Argumentation sei verständlich, so Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau. „Doch wir finden es unglücklich, dass man den Deutschland-Takt entwickeln will, ohne mit den Vertretern in der Region zu sprechen.“ Nichtsdestotrotz habe man positive Signale für Gespräche seitens der Bahn bekommen. Richard Lutz stellte in seinem Antwortschreiben einen Ortstermin im ersten Quartal kommenden Jahres in Aussicht – zum Start des Schienenersatzverkehrs anlässlich der Bauarbeiten an der eingleisigen Strecke. 

Sierau stellte heraus, dass das Bahnbündnis sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene stärker mit seiner Forderung auf Abgeordnete zugehen möchte. Auch Treffen in Düsseldorf und Berlin stünden im Raum. Dafür fasse man das Ende des zweiten Quartals 2020 als Zeitraum ins Auge. „Wir lassen uns nicht abspeisen“, war einmal mehr der Tenor des Bahngipfels. 

"Reparaturarbeiten, keine Investition in die Zukunft"

Ein Thema, das immer wieder bei dem Gespräch der Vertreter auf den Tisch kam: Die Reparaturarbeiten an der Strecke Lünen – Münster ab dem 6. Januar 2020. Bekanntlich geht damit eine Gesamtsperrung für Nah- und Fernverkehr bis voraussichtlich August 2020 einher. Diesen Freitag, 6. Dezember, möchte die Deutsche Bahn dazu ihre Pläne auch bezüglich des Schienenersatzverkehrs in Münster vorstellen. 

Die Arbeiten seien Reparaturen, aber keine Investition in die Zukunft, verdeutlichte Jutta Reiter, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds Dortmund-Hellweg. Einmal mehr waren sich die Anwesenden einig: Die Strecke muss zweigleisig ausgebaut werden – und der Ausbau müsse sofort in Angriff genommen werden.

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