Autobahnraser vor Gericht

WERNE/DORTMUND - Eine wilde Verfolgungsjagd zwischen einem Autofahrer und der Polizei wird für den Fahrer mit einer vermutlich mehrjährigen Haftstrafe und einer vielleicht sogar lebenslangen Führerscheinsperre enden.

Denn die Liste der Vorwürfe gegen den 28-jährigen Sauerländer ist lang. Seit Donnerstag muss sich der wiederholt und einschlägig vorbestrafte Mann vor dem Dortmunder Landgericht verantworten. Mit einem nicht versicherten Auto, gestohlenen Nummernschildern und ohne Führerschein hatte er am 24. Juni 2010 am Werner Autohof getankt und war ohne Bezahlung davon gebraust.

Die vom Tankstellenpächter alarmierte Polizei heftete sich auf der Münsterstraße schnell auf die Spuren des Tankdiebes, doch bis sie den Mann stoppen konnten, vergingen über 40 Minuten halsbrecherischer Verfolgungsfahrt.

Hiergeht's zum Artikel vom Juni 2010.

Filmaufnahmen der Polizei und eines zufällig vorbeifahrenden Kameramannes zeigen Szenen wie aus einem rasanten Actionfilm. Der Fahrer überfährt auf dem Weg zur Autobahnauffahrt sieben rote Ampeln, rast über Kreuzungen und will über die A 1 Richtung Köln vor den ihn verfolgenden Polizeiwagen flüchten.

Auf der Autobahn rammt er mehrmals die Einsatzwagen und Leitplanken, gerät als Geisterfahrer auf die Überholspur und kollidiert hier mit einem völlig unbeteiligten Auto. Erst in Höhe des Westhofener Kreuzes konnte der Raser gestoppt werden – er hatte auf seiner Amokfahrt für mehrere Tausend Euro Sachschaden angerichtet, aber wie durch ein Wunder niemanden verletzt oder gar zu Tode gefahren.

Vor Gericht beschrieb der Angeklagte, dass er „aus Angst und Panik vor der Polizeikontrolle“ Gas gegeben habe. Er habe völlig den Kopf verloren, nur noch daran gedacht, dass nun ja heraus käme, dass er die Nummernschilder gestohlen, keinen Führerschein habe und damals unter laufender Bewährung stand.

Der gelernte Kaufmann ist tatsächlich seit seinem 18. Lebensjahr mehr als ein Dutzend Mal wegen Verkehrsvergehen vorbestraft, hat nie einen Führerschein gemacht. Nun muss der Plettenberger neben der neuen Verurteilung damit rechnen, dass mehrere einschlägige Bewährungsstrafen widerrufen werden und er vielleicht lebenslang für das Erlangen einer legalen Fahrerlaubnis gesperrt wird.

Der Prozess wird am 14. Februar fortgesetzt. - mw

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