Ausstellung in der Volksbank zeigt den Alltag von Flüchtlingen

+
Eröffneten am Montag die Ausstellung (v.li.) Dr. Hermann Steiger (AG Flüchtlinge), Philipp Gärtner (Volksbank), Bürgermeister Lothar Christ und Werner Schumacher (ai).

Werne - Jahr für Jahr macht die Werner Ortsgruppe von Amnesty International auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufmerksam, die am 10. Dezember 1948 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen unterschrieben wurde. Diesmal geschieht das auf besondere Weise: Am 70. Jahrestag der Erklärung wurde eine Fotoausstellung „Menschen auf der Flucht“ eröffnet.

Ein Gemeinschaftswerk der ai-Gruppe und der Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge, das bis Weihnachten in der Kundenhalle der Volksbank an der Bonenstraße zu sehen ist.

30 großformatige Bilder erzählen die Geschichte von Menschen, die auf der Flucht sind. „Suche nach Sicherheit“ sind die festgehaltenen Szenen überschrieben, die dokumentieren, was es bedeutet, seine Heimat zu verlassen und auf dem Weg in eine unsichere Zukunft zu sein. Die Bilder erzählen den Alltag der Geflüchteten, die Bedrohung und Tod begegnen. Dabei blickt die Ausstellung bis zurück in den Zweiten Weltkrieg, einer Zeit massiver Vertreibungen.

Bürgermeister dankt ai und AG-Flüchtlinge 

Eröffnet wurde die Ausstellung am Montagmorgen im kleinen Kreis, doch Bürgermeister Lothar Christ gab in seinen Begrüßungsworten der Hoffnung Ausdruck, dass in den kommenden Woche möglichst viele Werner Bürger einen Blick auf die Bilder werfen. Er dankte der ai-Gruppe für die Organisation, vor allem aber der AG Flüchtlinge, die sich seit vielen Jahren engagiert für die Menschen einsetzt, die auf ihrer Flucht nach Werne kommen.

„Alles ist besser als zu bleiben, wo man zuhause ist“. Mit diesen Worten machte Werner Schumacher, Sprecher der Werner ai-Gruppe darauf aufmerksam, dass weltweit fast 70 Millionen Menschen auf der Flucht sind. „Es sind Menschen wie du und ich“, sagte Schumacher. Die Bilder würden erzählen, wie sie unter schwierigsten Bedingungen versuchen, ein Stück Alltag zu haben. Das zu sehen sei herzzerreißend, so der ai-Sprecher. 

Unterschriften werden gesammelt

„Wir sitzen nicht auf einem Rettungsboot, auf dem kein Platz mehr ist. Wir sitzen auf einem Kreuzfahrtschiff mit einem großen Buffet“, kritisierte Dr. Hermann Steiger, Sprecher der AG-Flüchtlinge, die weit verbreitete Meinung, in Deutschland sei kein Platz mehr für Geflüchtete und die Verteilung von Asylsuchenden müsse gerechter sein. Steiger: „Ich appelliere an die Betrachter dieser Ausstellung: Denken Sie nicht daran, was gerecht ist. Denken Sie daran, was human ist, und wenn sie Christ sind, was christlich ist.“ 

Die ai-Gruppe sammelte am Montagnachmittag am Infostand Unterschriften unter Petitionen, mit denen sie sich für die Rechte von zwei inhaftierten Frauen in El Salvador und dem Iran einsetzt. Die Unterschriftenlisten liegen auch in der Ausstellung in der Volksbank aus.

www.amnesty-werne.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare