Gersteinwerk: RWE sichert Sozialplan ohne Abstriche zu

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Die Gasblöcke (r.) und die Vorschaltstufe im Kohleblock bleiben Reserve.

Stockum - Wenn der Kohleblock am Gersteinwerk nach zwei Jahren Laufzeitverlängerung nun Anfang 2019 abgeschaltet werden soll, ist der Ofen an dem Standort nicht völlig aus. Die Vorschalt-Gasturbine des Kombiblocks K und drei Gasturbinen will der RWE-Konzern weiterhin als interne Stromerzeugungsreserve vorhalten.

Das bedeutet den Erhalt zumindest einiger Arbeitsplätze – und des Kraftwerksstandortes an sich, samt der heute noch unsicheren Option auf ein neues Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk. Wie viele der aktuell 140 RWE-Beschäftigten noch für Wartung und nach heutiger Einschätzung stundenweisen Betrieb bei Bedarfsspitzen benötigt werden, ließe sich noch nicht beziffern, sagte Unternehmenssprecher Guido Steffen auf Anfrage. In den ursprünglichen Stilllegungsszenarien zu April 2017 war von ca. 22 verbleibenden Mitarbeitern die Rede. Für alle übrigen soll es einen sozialverträglichen Stellenabbau geben, wie er von einer Arbeitsgruppe mit dem Betriebsrat eigentlich schon zum Ende dieses Jahres für 2017 festgelegt werden sollte, weil RWE-weit zum Jahreswechsel Vereinbarungen zur Beschäftigungssicherung auslaufen.

"Es wird keiner ins Bergfreie fallen"

Die Stockumer Werker müssten aber keine Nachteile dadurch befürchten, dass ihr Sozialplan nun erst nach Ablauf dieser Vereinbarungen geschrieben wird, sagte Steffen. „An den RWE-Kraftwerken wird keiner ins Bergfreie fallen.“ Den Steinkohleblock würde nach seinen Worten auch nicht retten können, dass die Politik den Konzernen im Ringen um den Kapazitätsmarkt möglicherweise noch einen Weg eröffnet, das Vorhalten von Erzeugungskapazitäten für die Versorgungssicherheit bei schwankender Öko-Strom-Einspeisung vergütet zu bekommen. Die Feststellung, welche Anlagen zur Kapazitätsreserve relevant sind, sei nicht abgeschlossen. Der Vorstandsbeschluss, Block K mit Fälligkeit der Revision ‘19 stillzulegen, bedeute, dass der Steinkohleblock nicht zur Reserve zähle.

Ob der positive Vorbescheid für den Bau eines Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks vom Frühjahr 2015 dem Gersteinwerk eine Chance über das Jahrzehnt hinaus sichern kann, ist nach wie vor ungewiss. Unter den gegenwärtigen Marktbedingungen ist eine solche Anlage nicht rentabel. Die Branche geht zwar davon aus, dass Erdgaskraftwerke in der Energiewende als sauberste fossile Technik noch längerfristig gebraucht werden. Ob das den Bau und Betrieb einer solchen Anlage im Zeithorizont für das Gersteinwerk durch Marktveränderungen lukrativ machen kann, ist völlig ungewiss.

Bürgermeister propagiert Hoffnung

Zu denen, die trotz Unwägbarkeiten noch Hoffnung propagieren, zählt Wernes Bürgermeister: „Wir müssen einerseits froh sein, dass es für weitere zwei Jahre mit dem Block K weiter geht und sich die Perspektive für die Mitarbeiter geändert hat“, kommentierte Lothar Christ den Beschluss. „Anderseits geht es nach wie vor darum, dass damit die Chance verbunden ist, innerhalb der verbleibenden Zeit eine verbesserte Wirtschaftlichkeit und hoffentlich veränderte Rahmenbedingungen dafür zu nutzen, um die Entscheidung noch einmal grundsätzlich zu prüfen.“

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