So viel müssen Mustermanns zahlen

Auch die Gebühr fürs Abwasser steigt 2020

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Symbolbild

Werne – Durch die geplante Gebührenerhöhung zum Januar steigt die Belastung von Durchschnittsfamilien in Werne bei Müllabfuhr, Abwasserbeseitigung (samt Niederschlagswasser) und Straßenreinigung auf insgesamt 990,58 Euro pro Jahr. Das rechnete die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vor.

Die klassische „Familie Mustermann“ hat als Grundlage für die Gebührenberechnung eine 80-Liter-Rest- und eine 60-Liter-Biotonne, leitet 200 Kubikmeter Schmutzwasser in die Kanalisation ein und lebt in einem Einfamilienhaus mit 130 Quadratmeter versiegelter Fläche. Im interkommunalen Vergleich bewege sich die Stadt Werne trotz der bevorstehenden Erhöhung weiterhin im unteren Drittel, hieß es. 

Demnach liegen die Gebühren nur in Bönen (931,47 Euro) und Unna (968,96 Euro) unter den hiesigen. In Lünen (965,75 Euro) sei die Belastung ebenfalls geringer, doch dort werde keine Straßenreinigungsgebühr erhoben. Spitzenreiter bei den Gebühren im Kreis ist laut Stadtverwaltung Bergkamen mit 1364,90 Euro, gefolgt von Selm (1357,04 Euro) und Fröndenberg (1267,33 Euro). 

Der Ausschuss billigte die veränderten Gebührensätze einstimmig. Von einer Zustimmung auch im Stadtrat, der nächsten Mittwoch tagt, ist auszugehen. Mit den Gebühren werden Kosten umgelegt, einen Gewinn darf die Stadt nicht erzielen. Mögliche Mehr- oder Mindereinnahmen müssen in den Folgejahren einkalkuliert werden. Wie berichtet, liegt die Gebührenerhöhung bei einer 60-Liter-Restmülltonne im zweistelligen Prozentbereich. Je größer der Abfallbehälter, desto geringer die prozentuale Steigerung. Ab 1100 Litern sinkt die Belastung sogar leicht. 

Abwassergebühren sind der größte Batzen

Ähnlich sieht’s bei der Biotonne aus, sodass die „Mustermanns“ für die Abfuhr insgesamt 26,03 Euro pro Jahr mehr berappen müssen. Die Werte für die Abwasserentsorgung (Schmutzwasser- und Niederschlagswasser) lieferte die Verwaltung kurz vor der Sitzung nach. Sie macht mit 693,10 Euro für die „Mustermanns“ den größten Batzen bei den jährlichen Gebühren aus. Das Plus gegenüber 2019 beträgt 63,80 Euro. Die für 2020 kalkulierten und damit umzulegenden Gesamtkosten beim Abwasser erhöhen sich den Berechnungen nach um rund 430.000 auf 7,4 Millionen Euro. 

Ursächlich dafür sind laut Verwaltung unter anderem Veränderungen bei der Berechnung der Personalkosten, die zu knapp 161.000 Euro Mehrbelastung führten, und eine neu erhobene Niederschlagswasserabgabe an den Lippeverband in Höhe von knapp 66.000 Euro. Mit Blick auf die vergleichsweise hohe Gebührensteigerung beim Abwasser preist die Stadt die Unterdeckung von 325.000 Euro aus dem Jahr 2018 zunächst nicht ein. Die Summe muss aber in den Folgejahren berücksichtigt werden.

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