Termin am 5. November

"Attraktive Fahrradstadt werden": In Werne hat sich eine Radverkehr-Initiative gegründet

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Haben eine Radverkehr-Initiative gegründet (von links): Winfried Hoch, Thomas, Ulrike und Paula Bergemann, Jan Heidenreich, Ida und Stephan Rengelink.

Werne – Im Schulterschluss mit gleichgesinnten Bürgern und Vereinen will eine Initiative „Radverkehr in Werne“ den Ausbau des Wegenetzes forcieren, um Radeln als umweltfreundliche Alternative attraktiver zu machen. Am 5. November sind Interessierte eingeladen, sich ein Bild zu machen und anzuschließen. Danach wollen die Initiatoren das Gespräch mit Ratsfraktionen suchen.

Das Ziel der Initiative: Ein „Runder Tisch“ und ein Konzept für den Radverkehr. „Werne hat das Zeug zu einer attraktiven Fahrradstadt“, sagt Holger Bergemann, der für die Initiative spricht. Nur bleibe die Infrastruktur hinter den Möglichkeiten zurück oder sei in keinem guten Zustand. „Die Topografie ist weitgehend eben, die Innenstadt ist in einem Radius von einem Kilometer von beinahe jedem Wohnort aus zu erreichen. Das hat hohes Potenzial.“

Entdeckt hat der 43-Jährige diese Vorzüge, als er 2015 mit Ehefrau Ulrike von Hamm nach Werne zog. Ein passionierter Radfahrer sei er immer schon gewesen, „neu ist, dass ich nun aktiv etwas dafür tun möchte.“ So zog die Idee, von der Klimadebatte beflügelt, allmählich Kreise und fand weitere Unterstützer. Bergemann sammelte Unterschriften für die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ und begegnete so Albrecht Buscher. Der ist nicht nur im NRW-Vorstand beim Verkehrsclub Deutschland (VCD) engagiert, sondern vom Fach. 

Idee: Stadt soll Radkonferenz einberufen

In Diensten der Stadt Hemer hatte der Ingenieur maßgeblichen Anteil daran, dass dort ein Radverkehrskonzept erstellt worden ist. Ähnliches hat die Initiative sich für Werne vorgenommen. „Wir wollen die Bürgerschaft dabei mitnehmen. Eine Idee ist, dass die Stadt Werne eine Radkonferenz einberuft, bei der nicht nur diejenigen am Tisch sitzen, die sich sowieso damit befassen, wie es die Stadt Münster beispielsweise mit ihren ‘Runder Tisch Radverkehr´ vorgemacht hat“, beschreibt Bergemann die Vorstellungen der Gründer. 

So könne man etwa bei einer gemeinsamen Radtour in den Blick nehmen, was verändert, repariert oder ausgebaut werden müsste, um Radlern den Weg ebnen. Auf Basis des Konzeptes könnte dann am Runden Tisch jährlich bilanziert werden, wie die Projekte vorankommen. „Gerade im Zusammenhang mit dem Projekt „Werne neu verknüpft“ (Innenstadtumbau entlang der Horne/Ex-B 54; Anm. d. Red.) verspreche ich mir da Einiges. Entlang der Münsterstraße müsste ein durchgehender Radweg geschaffen werden“, verweist der Initiator auf den Zusammenhang mit anderen Vorhaben der Stadtentwicklung. 

Da könne ein Leitfaden für die Belange der Radler nur hilfreich sein. Zumal die Werner ohnehin schon häufiger in die Pedale treten als mancher Nachbar. „In einer Mobilitätsbefragung des Kreises Unna aus dem Jahr 2013 liegt Werne mit 21 Prozent Fahrradnutzung bei den Wegen der Bürger schon über dem Durchschnitt. Münster liegt bei 39 Prozent und hat 50 zum Ziel erklärt“, so Bergemann. 

„Wir sind Radfahrer mit Leib und Seele"

„Daraus haben wir das sportliche Ziel abgeleitet, dass Werne sich auf 40 Prozent Fahrradnutzung steigern kann.“ Der Vorstoß ist ganz im Sinne des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) und der Radsportler beim RSC ’79. „Wir schmieden das Eisen nun wie ein großer Hammer von zwei Seiten“, betonte der Werner ADFC-Vorsitzende Dr. Hans-Peter Böhm Zustimmung. 

„Wir sind Radfahrer mit Leib und Seele und sehen neben dem Rennsport die Probleme und Verbesserungsbedürftigkeit der Wege in der Stadt“, begrüßte auch Monika Biermann als Radtouristikwartin des RSC den Vorstoß. „Wir brauchen bei der Stadt einen Wandel in der Einstellung dazu“, lautet Bergemanns Fazit. „Im nächsten Jahr sind ja Kommunalwahlen. Da wollen wir dafür sorgen, dass der Fahrradverkehr in der Stadtentwicklung mehr Beachtung findet.“

Am Dienstag, 5. November, 18.30 Uhr, sind Interessierte eingeladen, sich im Haus Havers ein Bild von der Initiative zu machen.

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