Arbeitslosen-Zahl steigt erstmals wieder zweistellig

WERNE/BERGKAMEN ▪ Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Kamen (Bergkamen, Kamen und Werne) ist im Januar deutlich angestiegen. Sie kletterte um 10,4 Prozent (548) auf 5 833. Die letzte zweistellige Steigerungsrate wurde zuletzt im Juli 1981 registriert. Trotzdem bleibt die Arbeitslosenzahl noch erheblich niedriger als vor einem Jahr (6 377).

Die Arbeitslosenquote, gemessen an allen zivilen Erwerbstätigen, stieg um 0,8 Prozentpunkte auf 9,3 Prozent (Januar 2011: 10,1 Prozent).

Friedhelm Kock, Leiter der Kamener Arbeitsagentur, erklärt: „Der aktuelle Anstieg kann auf keine einzelne Ursache zurückgeführt werden, sondern ist die Summe verschiedener saisonaler Effekte. An der Spitze stehen witterungsbedingte Arbeitslosmeldungen aus den Außenberufen im Baugewerbe, Garten- und Landschaftsbau und die Beendigung vieler befristeter Arbeitsverträge.“

Der Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Unna, Uwe Ringelsiep, bestätigt diese Einschätzung: „Im Januar erfolgten viele Arbeitslosmeldungen saisonbedingt. Ich gehe daher davon aus, dass es keinen Konjunktureinbruch gibt. Es bleibt aber schwierig, Arbeitslosengeld-II-Empfänger zu integrieren.“

Die Geschäftsstelle Bergkamen des Jobcenters Kreis Unna (zuständig für Bergkamen, Kamen und Werne) betreut mit 4 537 rund 78 Prozent der gemeldeten Arbeitslosen. Der Anstieg im Januar betrug 8,9 Prozent (369) und fiel damit prozentual geringer aus als bei der Arbeitsagentur. Dort errechnete sich eine Zunahme um 16 Prozent (179) auf 1 296.

Bei den Männern zeigte sich ein doppelt so starker Anstieg als bei den Frauen. Das liegt daran, dass die meisten wetterabhängigen Arbeitsstellen mit männlichen Arbeitskräften besetzt sind. Im Januar kletterte die Zahl der arbeitslosen Männer um 14 Prozent (365) auf 2 979, die der Frauen um 6,9 Prozent (183) auf 2 854.

Wie schon im Dezember verstärkte sich auch im Januar die Arbeitslosigkeit der jüngeren Arbeitslosen erheblich. Bei den unter 25-Jährigen wurden 16,1 Prozent (68) mehr Arbeitslose als im Vormonat registriert. Sie liegt trotzdem mit 490 noch um 15,2 Prozent (88) niedriger als vor einem Jahr.

Kaum Aussichten auf Verbesserung haben Ältere auf dem Arbeitsmarkt. In der Altersgruppe der über 55-Jährigen kamen im Januar 8,2 Prozent (68) Arbeitslose hinzu. Die nunmehr arbeitslos gemeldeten 898 Älteren entsprechen im Vorjahrsvergleich einer Zunahme um 4,1 Prozent (35).

Im Januar meldeten die Arbeitgeber 258 offene Stellen, 178 weniger als im Dezember, aber 91 mehr als im Januar 2011. Die höchste Nachfrage kam mit 104 offenen Stellen aus dem Handel. Gewohnt stark waren die Kräfteanforderungen aus dem Sozial- und Gesundheitswesen mit 39 Vermittlungsaufträgen. Die Personaldienstleister, deren Kräftebedarf sich sonst auf einem höheren Niveau bewegt, orderten lediglich 27 Kräfte. ▪ red

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