Diskriminierung im Keim ersticken

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Lara Kasper (v.l.), Manuel Böcker, Schulleiter Heinz-Joachim Auferoth, Nele Herrberg, Dana Comino, Lehrer Ulrich Stüeken und Karla Wenner machen sich gegen Diskriminierung stark.

WERNE -  Zeichen gegen Rassismus und jede Form von Diskriminierung will das Anne-Frank-Gymnasium (AFG) setzen und nach dem Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg die zweite Werner Schule werden, die in das bundesweite Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen wird. Die für die Zertifizierung unter anderem notwendigen Unterschriften hat eine Gruppe von Schülern um Lehrer Ulrich Stüeken bereits gesammelt.

Auf dem Schulfest im vergangenen Jahr bestätigten 538 Schüler, Lehrer und sonstige Kräfte am AFG Diskriminierung in jedweder Form nicht hinzunehmen. Damit war die erste Voraussetzung für die Zertifizierung schon erfüllt, denn 70 Prozent aller Schüler und in irgendeiner Weise an der Schule tätigen Personen müssen ihr aktives Engagement mit ihrer Unterschrift zusichern. Der zweite Schritt bestand in der Suche eines Projektpaten. Und die gestaltete sich relativ schwierig. „Wir haben bestimmt 30 Briefe versendet, aber haben viele Absagen erhalten“, erklärte Manuel Böcker (18), der zum Kern von fünf Schülern der Q1 und Q2 gehört, die die Zertifizierung zusammen mit Lehrer Ulrich Stüeken vorantreiben. Neben Manuel Böcker gehören zum Kern-Team Karla Wenner (17), Dana Comino (17), Nele Herrberg (16) und Lara Kasper (16). Zudem engagieren sich 18 Schüler aus der Stufe neun und drei Schüler aus der Einführungsphase (Stufe 10) für die Aufnahme in das Netzwerk. Mittlerweile kommen drei mögliche Kandidaten – zwei Bands und ein Radiomoderator – für die Patenschaft infrage.

Während der endgültige Pate für das Projekt noch nicht feststeht, ist ein Teil des pädagogischen Teils schon beschlossene Sache. Denn wer in das Netzwerk der Schulen ohne Rassismus aufgenommen werden will, verpflichtet sich zu jährlichen Projekten gegen Rassismus und weitere pädagogische Angebote im Kampf gegen Intoleranz in jeder Form. So wird die Stufenfahrt der Einführungsphase in die Oberstufe nicht wie bislang zum Anne-Frank-Haus in Amsterdam führen, sondern nach Bergen-Belsen und der dortigen Gedenkstätte des ehemaligen dortigen Konzentrationslagers. Im KZ Bergen-Belsen starb die Namenspatin der Schule 1945 infolge einer Typhus-Erkrankung – kurz vor der Befreiung durch britische Truppen. Außerdem wird die Auseinandersetzung mit Rassismus und Diskriminierung in mehreren Fächern zum Thema werden.

In einer Arbeitsgemeinschaft, die demnächst gegründet wird, können sich die Schüler aktiv engagieren. Dabei stehe die eigene Fortbildung auf dem Gebiet zunächst an erster Stelle. „Mitunter äußert sich Rassismus unterschwellig. Wir wollen uns zunächst darüber bewusst werden, was Rassismus ausmacht“, erklärte Schulleiter Heinz-Joachim Auferoth. Zwar gebe es am AFG keine virulenten Probleme mit Rassismus, so Ulrich Stüeken, dennoch sei das Engagement gegen Diskriminierung wichtiger denn je. Die Aufnahme in das Netzwerk und Projekte gegen Diskriminierung sollen dafür sorgen, dass das so bleibt. - sh

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