Angst vor Hunden?

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Balu eroberte die Herzen der Kinder im Sturm, auch wenn die Jungen und Mädchen zunächst einen gesunden Respekt vor dem Tier hatten. ▪

WERNE ▪ Angst? Nein! Angst vor Hunden hat nach eigenem Bekunden keines der Kinder aus der 2a der Uhlandschule. Und doch zucken einige Jungen und Mädchen erschrocken zusammen, als Balu sich plötzlich schüttelt und laut niesen muss. „Gesundheit“, murmeln die Kinder – einige von ihnen noch immer sichtlich beeindruckt von der stattlichen Größe des Tieres.

Die Dogge von Hundeexpertin Melanie Märker bringt satte 80 Kilogramm auf die Waage und misst 90 Zentimeter. Damit geht sie einigen Kindern aus der zweiten Klasse bis zur Schulter, Hund und Kind begegnen sich gewissermaßen auf Augenhöhe.

Die 42-jährige Hundeerzieherin Märker aus Castrop-Rauxel ist auf Einladung von Klassenlehrerin Inga Schröder nach Werne gekommen. Gemeinsam mit dem geprüften Schulhund Balu will sie mit den Kindern den richtigen Umgang mit dem Hund üben. In den vergangenen Wochen haben die Kinder das Thema Haustiere durchgenommen. Wie gut die Theorie bereits sitzt, zeigen die Kinder schon in den ersten Minuten. Wie aus der Pistole geschossen kommt zum Beispiel die Antwort auf die Frage nach der kleinsten Hunderasse der Welt, dem Chiwawa.

Der achtjährige Balu hat es sich derweil auf dem Klassenboden bequem gemacht und streckt alle Viere von sich. „Mein Hund fühlt sich wohl bei euch. Seht ihr, er entspannt sich“, sagt Melanie Märker. Seit vielen Jahren besucht sie mit ihrem Vierbeiner Schulen und Kindergärten und bringt den Kindern unter anderem bei, dass das Laufen tabu sein sollte, wenn ein Hund in der Nähe ist – und der ganz und gar falsche Ansatz mit seiner Angst vor Hunden umzugehen. Ganz im Gegenteil: „Das weckt den Jagd- und Spieltrieb der Tiere“, sagt Märker. Bei der „Streichelübung“ haben Melanie Haak und Leon Becker ihren großen Auftritt. Sie zeigen in einem Rollenspiel, wie man sich einem Hund richtig nähert. „Erst muss ich das Herrchen fragen, ob ich den Hund überhaupt streicheln darf“, weiß Leon und reicht Balu zum Kennenlernen seine Hand und lässt ihn daran schnuppern.

Auf Tuchfühlung mit der Dogge gehen er und auch Melanie dann genau richtig: Sie berühren den Hund zunächst an der Seite. „Man sollte nie mit der Hand von oben auf dem Kopf streicheln wollen“, sagt Märker. „Der Hund würde denken, dass man ihn schlagen will und entsprechend reagieren.“

Als Balu am Ende der Unterrichts-Stunde nochmals niesen muss, bleiben übrigens alle Schüler gelassen. Jetzt wissen sie ja, wie sanft der Riese tatsächlich ist. ▪ oel

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