Angelika Harpain und Maria Balogh lesen seit zehn Jahren in der Kita vor

+
Die beiden Lesepatinnen Angelika Harpain und Maria Balogh sind in der Kita Auf dem Berg gern gesehene Gäste.

Werne - Angelika Harpain und Maria Balogh haben in den vergangenen zehn Jahren viele Kinder für Bücher begeistert und ihre Fantasien geweckt. Die beiden Ehrenamtlichen unterstützten das Familienzentrum St. Josef seit 2006 als Lesepaten in den Kitas „Auf dem Berg“ und „Auf der Nath“.

Mit einem Aufruf der Stadtbücherei in der Zeitung begann damals, was sich heute unter dem Dach der „Lesewelt Werne“ längst bewährt hat. Nach einem Einführungswochenende bei einer ausgebildeten Märchenerzählerin waren die beiden Frauen gerüstet für die Aufgabe in den Kindertagesstätten. „Ich habe aufgehört zu arbeiten, bin von einem Freund auf die Lesepaten hingewiesen und quasi auch angemeldet worden“, erzählt Angelika Harpain. „Ich kam aus einem ganz anderen Beruf. Mit Büroarbeit und viel Hektik.“

Ihr Engagement begannen Harpain und Maria Balogh zunächst in der Kita „Auf dem Berg“, die für beide fußläufig erreichbar ist. „Es hat so viel Spaß gemacht, dass wir es erweitert haben“, sagt Balogh. Mittlerweile lesen sie alle zwei Wochen freitags im Schatten des Kapuzinerklosters und montags „Auf der Nath“ vor.

Den Sinn der Sache beschreiben die Lesepatinnen darin, die Kinder schon in jungen Jahren langsam ans (Vor-)Lesen heranzuführen und ihnen zu helfen, eine eigene Vorstellungskraft zu entwickeln. „Es ist ein tolles Gefühl, die Aufmerksamkeit der Kinder zu bekommen und sie mit den Geschichten zu fesseln. Wenn wir lesen, dann reflektiert sich das in den Gesichtern“, erklärt Harpain.

Bevor die Lesepaten ausgewählte Lektüre präsentieren, steht die Vorarbeit. Zuhause bereiten Harpain und Balogh ihre Lesestunden vor und suchen nach passenden Büchern. „Teilweise leihen wir Bücher in der Stadtbücherei aus. Wir gehen dabei auch auf die Wünsche der Kinder ein“, sagt Balogh. „Zuhause lese ich mir das Buch laut vor, damit ich weiß, was kommt und wie ich betonen muss.“

„Lesepaten sind wie gute Freunde“

Mit den ganz Kleinen blättern die Beiden durch Bilderbücher und unterhalten sich über das Abgebildete. „Manchmal muss man einen Cut machen, weil die Kinder gar nicht aufhören wollen. In den zehn Jahren gab es aber nicht ein Kind, das Ärger gemacht hat“, erzählt Harpain.

Improvisationstalent und Kreativität sind für die Lesepaten durchaus von Vorteil. „Wenn es zu spannend wird, sieht man das in den Gesichtern. Manchmal bleibt das Ende auch offen, dann diskutieren wir darüber und suchen uns gemeinsam ein Ende aus“, erklärt Harpain.

Einen Schlussstrich unter ihr Engagement wollen die beiden Frauen noch nicht ziehen. „Es ist sehr schwierig aufzuhören, denn die Kinder lassen einen nicht gehen“, verrät Balogh lächelnd. In der Stadt werden die Vorleserinnen wiedererkannt, ehemalige Zuhörer erinnern sich und kehren als Vorleser in die Kita zurück. „Das ist ein besonders schönes Gefühl“, sagt Harpain, die mit Balogh zusammen in 2015 über 1 700 Kindern vorlas.

„Die Lesepaten sind für uns wie gute Freunde. Im täglichen Erzieherleben kommt das Vorlesen oft zu kurz, deshalb wünschen wir uns, dass die Beiden uns noch lange erhalten bleiben“, erklärt Silke Möller, Leiterin der Kita „Auf dem Berg“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare