Medientag beim Online-Versender

Amazon: Umzug in Werne verläuft "reibungslos"

VideoWerne - Der auf sechs Monate angelegte Umzug der Amazon-Beschäftigten in Werne in das neue Logistikzentrum verläuft bis dato „reibungslos“. Diese Einschätzung äußerte Standortleiter Thomas Weiß am Dienstag am Rande eines Medientages. Der Online-Versender hatte erstmals nach Inbetriebnahme Journalisten eingeladen.

Laut Weiß arbeiten derzeit knapp 200 Mitarbeiter im Neubau, bis Ende des Jahres sollen es 500 sein. Die Gesamt-Mitarbeiterzahl liege angesichts der Einstellung Hunderter Saisonkräfte zum Weihnachtsgeschäft bei aktuell 2 200. Fest angestellt seien am Standort Werne rund 1 400 Beschäftigte.

Als Beleg für den reibungslosen Start an neuer Wirkungsstätte nannte Weiß die Tatsache, dass gleich am Tag der Inbetriebnahme, am 23. Oktober, nicht nur Ware eingegangen, sondern auch ein erstes Paket versendet worden sei. Der erste vereinnahmte Artikel sei eine moderne Wanduhr gewesen, das erste Paket sei nach Österreich verschickt worden. Darin: ein Minikühlschrank.

Kapazität wird verdoppelt

Laut Weiß findet das Weihnachtsgeschäft noch vorwiegend in den alten Ikea-Hallen statt. Diese will man bis Ende März 2018 komplett freigezogen haben; so lange laufe der Parallelbetrieb.

Amazon Logistikzentrum DTM1 - erste Bilder aus dem angelaufenen Betrieb

Amazon Logistikzentrum DTM1 - erste Bilder aus dem angelaufenen Betrieb

Mit dem Umzug geht rechnerisch eine Verdopplung der Kapazitäten auf maximal 120 000 Pakete am Tag einher, die Amazon ab Werne auf die Reise schickt. Dieser Wert bezieht sich alleine auf den Versand an Endverbraucher. Der seit 2014 in Werne angesiedelte Cross-Dock-Bereich, der interne europaweite Umschlag, wechselt bekanntlich bis Ende März komplett nach Dortmund. Dort hat Amazon ebenfalls ein neues Logistikzentrum errichtet und eine Woche vor dem in Werne in Betrieb genommen.

Beim Lohn Elf-Euro-Grenze überschritten

Laut Weiß vollzieht sich in Werne der „größte Umzug in der europäischen Amazon-Geschichte“. Im Neubau fänden die Mitarbeiter deutlich bessere Bedingungen vor. Wie in den zurückliegenden fünf Jahren habe es im September erneut eine Lohnerhöhung gegeben. So sei beim Stundenlohn für Einsteiger die Elf-Euro-Grenze überschritten worden. Ab dem dritten Jahr erhielten Beschäftigte dann 13,36 Euro, sodass sie inklusive aller Zusatzleistungen und Bonuszahlungen auf einen Monatslohn von knapp 2 700 Euro brutto kämen.

Die Hälfte der Ware gehört Dritt-Anbietern

Amazon in Werne ist auf Großteile wie Fernseher, Gartengeräte oder Waschmaschinen spezialisiert. Sie werden bis zur Bestellung in zwölf Meter hohen Regalen gelagert; die Beschäftigten erreichen sie mithilfe von Flurförderfahrzeugen. Kleinteile sind in Werne nur insoweit vorhanden, wie sie den Erfahrungen nach zusammen mit den größeren bestellt werden. „Das spart Kosten“, verdeutlichte Weiß.

Rund 50 Prozent der Ware vertreibt Amazon selbst, bei der anderen Hälfte ist das Unternehmen Dienstleister für Dritt-Anbieter.

Rubriklistenbild: © Hillebrand

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