Arbeitsagentur und Jobcenter loben den Versandhändler

"Amazon ist ein Glücksfall für die Region"

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Im Amazon-Lager ist das Weihnachtsgeschäft angelaufen.

Werne - Seit Eröffnung des Amazon-Logistikzentrums in Werne haben Job-Center Kreis Unna und Agentur für Arbeit Hamm mehr als 1 000 Arbeitssuchende in eine Dauerbeschäftigung beim US-Versandhändler bringen können. Das berichteten deren Geschäftsführer Uwe Ringelsiep und Thomas Helm beim so genannten Medienfrühstück des Unternehmens am Donnerstagmorgen.

Immer wieder Berichte über Streiks bei Amazon und Verdi-Klagen über vermeintlich schlechte Arbeitsbedingungen. Wohl auch deshalb hatte der Versandhändler Presse und Rundfunk zu sich eingeladen und ließ Mitarbeiter, Geschäftspartner und andere zu Wort kommen, die sich ausnahmslos positiv über das US-Unternehmen äußerten.

Eindrücke aus dem Amazon-Lager in Werne

Ringelsiep und Helm machten den Anfang. Letzterer nannte Amazon einen „Schlüsselarbeitergeber“ in der Region und angesichts von Einstiegs-Gehältern rund zwei Euro oberhalb des Mindestlohns ein „Korrektiv dafür, dass auch bei der Konkurrenz gut bezahlt wird“. 

1000 Vermittlungen in Dauerjobs

Ringelsiep hatte da schon von einem „Glücksfall“ gesprochen, dass sich Amazon 2010 in Werne angesiedelt habe; zumal das Unternehmen auch Geringqualifizierten Chancen zum Aufstieg ermögliche. Durch die 1 000 Vermittlungen in Dauerjobs blieben dem Fiskus minimum Ausgaben von vier bis 4,5 Millionen Euro pro Jahr erspart, so Ringelsiep. Vor diesem Hintergrund sei auch der Aufwand gerechtfertigt, der in Sachen Amazon betrieben werde, ergänzte später Helm. Insgesamt, so hieß es, hätten bis dato 2 600 Menschen über Job-Center und Arbeitsagentur den Weg zu Amazon gefunden. 

Auf die öffentliche Kritik, dass Amazon – speziell zum Weihnachtsgeschäft – oft nur befristet einstelle, entgegnete Helm, dass viele Arbeitnehmer im Winter ganz gezielt nach einer saisonalen Beschäftigung suchten. Und: Die Kunden von Job-Center und Arbeitsagentur arbeiteten in der Regel gern und mit großem Elan bei Amazon. Standortleiter Lars Krause sagte, dass es in Werne derzeit mehr als 1 300 Festangestellte gebe. Bei weiter zweistelliger Wachstumsraten liege die Entfristungsquote aktuell bei 70 Prozent. 

Arbeitsplätze auch bei regionalen Unternehmen

Arbeitsplätze durch Marketplace-Händler Amazon, so hieß es beim Medienfrühstück, sorge auch in der Region für Arbeitsplätze – durch Aufträge an hiesige Betriebe und vor allem auch, wenn Geschäftstreibende als Marketplace-Händler über Amazon agierten. Die GAP-Aktuell GmbH in Nottuln, Anbieter von Gartenmöbeln, ist so ein regionaler Akteur. Geschäftsführer Lars Kleff berichtete, dass das Unternehmen vor allem wegen der Verkäufe über das Amazon-Portal wachse – 30 Prozent in jedem Jahr. Von den derzeit 52 Mitarbeitern kümmerten sich 16 ausschließlich um diesen Vertriebsweg. 

Lebensmittel aus der Region für die Kantine

Beim Medienfrühstück ließ Kantinenchef Joachim Georgs zudem wissen, dass er mit seiner eigenständigen Firma einen Großteil der Lebensmittel aus der Region beziehe. Bei 700 Essen pro Tag würden sieben Tonnen pro Woche verarbeitet. Zur Gesundheitsvorsorge der Mitarbeiter hole sich Amazon auch Expertise von einem Werner Reha-Studio und einem Dortmunder Verein, hieß es – zur Leitung von Kursen zur Entspannung und zur Stärkung des Rückens, die kostenlos angeboten würden. Die Stadt Werne war am Donnerstag mit Dezernent Alexander Ruhe und Amtsleiterin Liane Jäger vertreten. Sie gingen mit der Zusage Krauses nach Hause, dass sich Amazon zur Unterstützung der Löwenburg und des Kinder- und Ferienprogramms „noch stärker engagieren“ werde als bislang.  

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