Verdi ruft Amazon-Mitarbeiter zum Streiken auf

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[Update] Werne - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Beschäftigten des Logistik-Unternehmens Amazon am Standort Werne am Freitag dazu aufgerufen, die Arbeit bis Samstag, 16. März, niederzulegen.

Die Beschäftigten streiken laut einer Mitteilung von ver.di weiterhin dafür, dass ihr Arbeitgeber die Tarifverträge des Einzelhandels NRW anerkennt. Der in Werne zuständige Gewerkschaftssekretär Karsten Rupprecht sagt zu dem Streik: „Heute wird der Standortleiter Hrvoje Salamunovic verabschiedet. 

In seiner Zeit gab es eine Zunahme von krankheitsbedingten Kündigungen und generell mehr Druck auf die Kolleginnen und Kollegen. Gegen diese Behandlung haben sich die Beschäftigten immer gewehrt und deshalb auch bereits im Jahr 2017 einen Tarifvertrag ‘Gute und gesunde Arbeit’ gefordert.“ 

Amazon: Vorwürfe nicht nachvollziehbar

Amazon-Sprecher Thorsten Schwindhammer bestätigte, dass Salamunovic den Standort Werne verlässt. Darüber seien die Mitarbeiter bereits vor zwei Wochen informiert worden. Die Vorwürfe gegenüber dem scheidenden Standortleiter kann Schwindhammer nicht nachvollziehen. „Amazon ist ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber“, so Schwindhammer. „Wir fördern die Gesundheit der Mitarbeiter, etwa mit Gesundheitswochen, Mobilitätskursen, Arbeitstechniktrainings oder kostenlosem Obst.“ 

Es gebe in Werne wie an allen Standorten eine Vollzeitstelle für einen Gesundheitsmanager. In Sachen Prävention vermeide Amazon laut Schwindhammer die Risiken für die Gesundheit der Mitarbeiter und schaffe Voraussetzungen für ein gesundes Arbeitsumfeld. 

Dazu würden Gesundheitsangebote zur Verfügung gestellt, die die Mitarbeiter eigenverantwortlich wahrnehmen könnten. „Wir versuchen außerdem bei längerfristigen Erkrankungen, unter Einbeziehung der Betriebsräte, die betroffenen Mitarbeiter wieder einzugliedern.“ 

Streik sei Signal für Tarifrunde

Silke Zimmer, die Landesbezirksfachbereichsleiterin für den Handel in NRW, sieht in dem heutigen Streik eine enorme Bedeutung für die Gewerkschaft: „In den letzten Jahren ist es den Kolleginnen und Kollegen bei Amazon gelungen, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Ihre Forderung nach einer tariflichen Bezahlung ist besonders im Rahmen der diesjährigen Tarifrunde im Einzelhandel ein wichtiges Signal an alle Beschäftigten der gesamten Branche.“ 

Amazon erklärt, am oberen Ende dessen zu zahlen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist. „In Werne beginnen die Mitarbeiter mit einem Lohn von mindestens 11,27 Euro brutto pro Stunde“, heißt es in einer Pressemitteilung. Nach 24 Monaten seien es im Durchschnitt 2.438 Euro brutto im Monat, inklusive zusätzlicher Leistungen.

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