Corona-Krise schiebt Online-Handel weiter an

Erhöhte Nachfrage: Amazon will aktuell 350 neue Stellen schaffen

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Blick ins Amazon-Logistikzentrum in Werne.

[Update: 14.10 Uhr] Werne – Der Einzelhandel in den Innenstädten liegt wegen der Corona-Krise nahezu darnieder. Gehandelt wird aber trotzdem – übers Internet. Bei Amazon heißt es, man werde wegen der steigenden Nachfrage aktuell 350 zusätzliche Voll- und Teilzeitstellen in Deutschland schaffen.

Die Stellen sollen in den Logistikzentren und in dem weiteren Logistiknetzwerk des Online-Händlers entstehen. Ob auch der Standort Werne profitiert, dazu werden aktuell keine Angaben gemacht. 

Auf WA-Anfrage zu den Auswirkungen der Corona-Krise aufs Geschäft hatte die für Werne zuständige Pressestelle zunächst auf den US-Blog des Unternehmens verwiesen. Dort ist ganz generell von einem „deutlichen Anstieg der Nachfrage“ die Rede sowie in der Folge von einem für diese Jahreszeit „beispiellosen“ Bedarf an Arbeitskräften.

Neue Jobs und mehr Geld

Allein in den US-Logistikzentren wolle man 100.000 neue Voll- und Teilzeitstellen schaffen, heißt es – und zusätzlich auch in Kanada und Europa die Löhne der Mitarbeiter erhöhen.

Im US-Blog wird ferner darauf verwiesen, dass in den Logistikzentren des Unternehmens die von Experten empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen getroffen würden, um die Gesundheit der dortigen Beschäftigten zu gewährleisten. Mittlerweile gibt es auch eine deutsche Version des Blogs.

Bestimmte Produkte werden priorisiert

Schon am Dienstag hatte der weltgrößte Online-Händler mitgeteilt, zunächst bis zum 5. April Lieferungen von Medikamenten und unerlässlichen Haushaltsgütern zu priorisieren, sodass sich die Lieferzeiten bei anderen Produkten verlängerten. Durch die erhöhte Nachfrage seien derzeit allerdings nicht alle Waren zur Grundversorgung erhältlich. 

Bei den priorisierten Waren handelt es sich nach Angaben von Donnerstag um „Artikel für den täglichen Bedarf, medizinische Verbrauchsgüter und andere Produkte mit hoher Nachfrage“.

Amazon als Job-Alternative

Mit den 350 neuen Stellen wolle das Unternehmen „der steigenden Nachfrage der Menschen gerecht werden, die in dieser Zeit auf den Service von Amazon angewiesen sind", heißt es. Und weiter: „Wir wissen, dass viele Menschen wirtschaftlich betroffen sind, da Arbeitsplätze in Bereichen wie Hotels, Restaurants und Reisen als Teil dieser Krise wegfallen. Wir möchten, dass diese Menschen wissen, dass wir sie in unseren Teams willkommen heißen, bis sich die Dinge wieder normalisieren und ihr früherer Arbeitgeber in der Lage ist, sie weiter zu beschäftigen."

„Erhöhte Preise dreist und unverschämt"

In Zeiten von Corona bleiben die Menschen zu Hause und bestellen zunehmend online ihre Waren. Viele Menschen haben dafür Verständnis, nicht aber dafür, dass diese Waren dann zu überteuerten Preisen angeboten werden. „Teilweise kostet 1 kg Nudeln 20 Euro", schildert ein Verbraucher. Und: Amazon verdiene dann wiederum am Umsatz. Das sei nicht nur verwerflich, sondern einfach nur als „dreist und unverschämt" zu bezeichnen.

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