Amazon-Beschäftigte ziehen durch Werne – Streik verlängert

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Nach Verdi-Angaben nahmen bis zu 350 Streikende am Protestmarsch durch die Innenstadt teil.

Werne - Amazon-Beschäftigte in Werne haben ihren am Montag begonnenen Streik fortgesetzt. Mehrere hundert Kollegen zogen am Dienstag durch die Innenstadt. Der Streik ist bis Mittwochmorgen verlängert worden. 

 „Wir sind viele.“ Das wollten nach Worten von Verdi-Sekretär Karsten Rupprecht die Amazon-Mitarbeiter demonstrieren, die am Dienstag am zweiten Tag in Folge streikten. Zunächst stellten sie sich dazu am Morgen vor dem Logistikzentrum des Online-Versenders im Gewerbegebiet Wahrbrink auf, später zogen sie wie angekündigt laut pfeifend durch die Werner Innenstadt.

Der zweite Streiktag bei Amazon

Laut Rupprecht nahmen bis zu 350 Beschäftigte aus Früh-, Spät- und Nachtschicht an dem Protestmarsch teil, der die Forderung nach einem Tarifvertrag untermauern sollte. Spontan habe man sich dazu entschlossen, den Streik bis Mittwochmorgen um 9 Uhr fortzusetzen, hieß es. 

„Wir sind viele“: Wer die regelmäßigen Stellungnahmen Amazons zum Streik mit ihren wiederholten Hinweisen auf die Einhaltung des Lieferversprechens liest, könnte zu der Ansicht gelangen, dass diese Botschaft das Unternehmen kalt lässt. Rupprecht aber glaubt das nicht.

Verdi: Amazon wird nervös

Er sieht den Arbeitgeber „nervös“ werden. Ein Zeichen dafür sei etwa dessen Reaktion auf eine Streikaktion am ersten Jahrestag der Eröffnung des neuen Logistikzentrums. So habe Amazon vier Beschäftigte zum Gespräch gebeten, die mit dem Ton von Trillerpfeifen im Gebäude auf die Arbeitsniederlegung hingewiesen hätten. Sie sähen sich unter anderem dem Vorwurf der Körperverletzung ausgesetzt. 

Überdies habe Amazon versucht, Streikende von der Geschenk-Übergabe zu Weihnachten auszunehmen. Dies habe nur durch Intervention des Betriebsrats verhindert werden können. Die Fleece-Jacken, die es für jeden Mitarbeiter gegeben habe, müssten als Bestandteil des Lohn gewertet werden, so Rupprecht.

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