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Als der Bergbau Wernes Ambitionen auf eine Sole-Kurstadt zunichte machte

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Kohle und die Sole - das gehört in Werne untrennbar zusammen. Der frühe Bergbau schenkte Werne als „Nebenprodukt“ die Sole - und raubte sie eine Generation später wieder.
Kohle und die Sole - das gehört in Werne untrennbar zusammen. Der frühe Bergbau schenkte Werne als „Nebenprodukt“ die Sole - und raubte sie eine Generation später wieder. © Archiv

Kohle und die Sole - das gehört in Werne untrennbar zusammen. Der frühe Bergbau schenkte Werne als „Nebenprodukt“ die Sole - und raubte sie eine Generation später wieder.

Werne - Der Verkehrsverein Werne bietet am Freitag, 15. Juli 2022, wieder eine seiner beliebten Themenführungen an. Diesmal wird sich alles um Sole und Kohle handeln, denn diese beiden haben Werne im 19. und 20. Jahrhundert maßgeblich geprägt.

Die zweite Vorsitzende des Verkehrsvereins und ehemalige Leiterin des Stadtmuseums, Heidelore Fertig-Möller, erläutert die Entstehung und den Niedergang des Thermalbades Werne und die Abteufung der beiden Schächte der Zeche Werne vor Ort – dabei beginnt der Rundgang um 16 Uhr am Freitag am Bildstock der Hl. Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, am Solebad-Kreisverkehr (Steinstraße, Kurt-Schumacher-Straße).

Von dort führt die Tour zur benachbarten Seilscheibe, vorbei am neuen Natur-Solebad, dem Gradierwerk und den sogenannten Beamtenhäusern an der Kamener Straße bis hin zum Eingang der ehemaligen Zeche Werne. Die Führung dauert etwa eineinviertel Stunde und endet dann am Stadtsee, wo der erste Vorsitzende Gottfried Forstmann und Marita Gräve einen kleinen Imbiss und Umtrunk vorbereitet haben – natürlich dürfen dann der Bergmannsschnaps und das Steigerlied, das Jupp Willmannn vortragen wird und hoffentlich viele mitsingen können, nicht fehlen.

1873 wurde bei Kohlebohrungen eine heiße Solequelle entdeckt, die der damalige Werner Arzt Dr. Franz Hövener untersuchen ließ und dabei die heilkräftige Wirkung, vor allem für die Lunge und die Haut, feststellte. Es entstand das erste Thermalbad Werne, das im Sommer 1890 bereits mehr als 2.000 Gäste anzog und Werne damit auf den besten Wege war, zum überregional bekannten Kurbad zu werden.

Doch als Kohle in 500 m Tiefe gefunden wurde und die Abteufung von Schacht I und II im Jahre 1899 begann, versiegte wenig später die heilbringende Sole und floss unterirdisch ab. So musste das Bad im Jahre 1905 schließen.

Der Bergbau mit tausenden Bergleuten, die vor allem aus dem Osten des Deutschen Reiches kamen, prägte dann das Gesicht des kleinen münsterländischen Städtchens, bis dann auch die Zeche Werne im Jahre 1975 schloss.

Zügige Anmeldung zur Führung am 15. Juli erwünscht

Die Führung mit Imbiss und Umtrunk kostet pro Person 7,50 Euro – es sollten möglichst bald Karten hierfür beim Verkehrsverein am Roggenmarkt bestellt ( Tel. (02389 / 531640 ) und während der Öffnungszeiten ( Di und Fr von 10-12 Uhr ) abgeholt werden. Falls sich mehr als 20 Personen anmelden, ist auch noch ein weiterer Termin eine Woche später möglich. - von Heidelore Fertig-Möller

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