Ein Test fürs Leben

WERNE - In welcher Sportart gibt es einen Penalty? Die Oberstufenschüler der Einführungsphase am Anne-Frank-Gymnasium (früher hießen sie schlicht Zehntklässler) staunten nicht schlecht, als sie diese Frage in dem vor ihnen liegenden Test lasen. Doch solche und andere überraschende Fragen kommen auf sie zu, wollen sie in der Berufswelt Fuß fassen.

Es war kein Deutsch-, nicht einmal ein Sport-Test, den die Schüler machten. Sondern ein Einstellungstest. Vorgelegt hatte ihn gestern Morgen Fabian Cramer von der AOK. Er ist Trainer in Sachen Berufsvorbereitung. Den ganzen Tag über beschäftigten sich die Schüler mit der beruflichen Orientierung, der Kontaktaufnahme mit einem möglichen Arbeitgeber, dem Schreiben einer Bewerbung und dem optimalen Auftreten bei einem Vorstellungsgespräch. Während die eine Gruppe Schüler sich in einer Mischung aus Theorie und Praxis mit Berufsfragen auseinandersetzte, schaute sich die andere im Berufsbildungszentrum in Hamm um. Kommende Woche werden die Rollen getauscht.

Das AFG achte darauf, dass die Schüler frühzeitig und kontinuierlich mit Fragen von Berufswahl und -einstieg in Berührung kämen, verdeutlicht Lehrerin Teresa Ebert, die zusammen mit dem Kollegen Marius Gregg die Fäden in Sachen Berufsberatung in den Hand hält. Das beginne schon im achten Jahrgang, in dem im Fach Deutsch erste Bewerbungen und Lebensläufe geschrieben würden und ende noch längst nicht mit den zwei Berufsbildungstagen. Die stellvertretende Schulleiterin Elisabeth Greber ergänzt, dass im Berufsfindungsprozess nichts schlimmer sei als Gleichgültigkeit. Wer partout nicht wisse, was er machen wolle, könne bei der Wahl von Beruf oder Studium immer noch ausschließend vorgehen.

Viele haben schon konkrete Vorstellungen

Von den 26 Jugendlichen, die Cramer gestern beriet, hatten schon knapp die Hälfe konkrete Überlegungen, was sei einmal werden möchten und wie sie dort hinkommen. Schüler Nuri Lewandovski zum Beispiel zieht’s in den Bereich Psychologie. Zur Aufnahme eines entsprechenden Studiums benötigt er zunächst einmal gute Noten, doch Cramers Tipps für die Präsentation der eigenen Person dürften nicht nur in einem Vorstellungsgespräch wertvoll sein, sondern auch für allerlei sonstige Begegnungen mit Menschen.

AFG-Schulleiter Heinz-Joachim Auferoth ist froh, mit der AOK einen Partner für die Berufsberatung und mit Cramer eine Fachkraft zu haben, die von außen kommt. Er bringe Erfahrung aus der Wirtschaft mit, und üblicherweise glaubten Schüler bei diesem Thema „Externen“ oft eher als den eigenen Lehrkräften. Lob findet Auferoth auch für den von der Stadt initiierten Arbeitskreis Schule und Wirtschaft, aus dem etliche Impulse für die Berufsberatung kämen.

Die Frage nach dem Penalty testet laut Cramer übrigens das Allgemeinwissen. Gerade im kaufmännischen Bereich seien das „Mitreden können“ und daher ein guter Rundumblick wichtig, um kompetent zu wirken. Und die Antwort? Sie lautet Eishockey. Der Penalty ist eine Strafe für ein Foul kurz vor einem möglichen Torschuss. - am

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