Ärger um Verkehr rund um Baustelle: Keine Knöllchen für Geblitzte

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Wer von der Horster Straße kommend über die Straße „Eick“ zur Goerdelerstraße fährt, erfährt derzeit nur anhand der Piktogramme auf der Fahrbahn, dass hier Tempo 30 gilt.

Werne - Die Stadt Werne will die aktuelle Verkehrssituation rund um die Baustelle zur Kanalsanierung im Bereich Horster Straße überprüfen lassen. Anlass sind Beschwerden von Anwohnern.

Geklärt werden soll unter anderem die Frage, ob durch die aktuelle Beschilderung alle Tempo-Limits für die Autofahrer eindeutig erkennbar sind. Der Kreis Unna hatte am Samstag Geschwindigkeitskontrollen auf der Goerdelerstraße durchgeführt. 

Auf Höhe Haus Nummer 6a wurden in beiden Richtungen Autofahrer geblitzt, die schneller als Tempo 30 waren – aber das teils zu Unrecht, wie eine Anwohnerin, die anonym bleiben möchte, gegenüber dem WA meinte. Das dort gültige Tempolimit von 30 hm/h sei zwar klar ersichtlich für Autofahrer, die vom Hansaring kommen. Nicht aber für jene, die derzeit über die Straße „Eick“ einfahren und später in Richtung Innenstadt unterwegs sind.

Straße  „Eick“ noch immer Baustelle

Der „Eick“ geht von der Horster Straße ab; das Tempo-30-Schild dort war vor der Baumaßnahme abgebaut worden. Auf der Goerdelerstraße selbst weisen, vom Eick kommend, lediglich Piktogramme auf der Fahrbahn auf die Tempo-30-Begrenzung hin. Über die Bergstraße und den Ostkamp ist derzeit kein Durchkommen zur Goerdelerstraße; beide Straßen sind im Zuge der Kanalsanierung gesperrt. 

Adrian Kersting vom städtischen Tiefbauamt betont, dass der „Eick“ – obwohl neu gepflastert und wieder befahrbar – noch als Baustelle ausgewiesen ist. Mit Freigabe werde die Verbindung mit entsprechender Beschilderung zum verkehrsberuhigten Bereich. Dafür müssten aber erst alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein. 

Beschilderung ist Sache der Baufirma 

Wie die aktuelle Situation rechtlich zu bewerten sei, könne er nicht sagen, meint Kersting. Vertraglich festgelegt sei indes, dass die bauausführende Firma sich während der Maßnahmen auch um die Beschilderung kümmern muss. Mit dieser Aufgabe habe sie ein Subunternehmen beauftragt. Mit der Bitte um Überprüfung wolle die Stadt sicherstellen, dass wirklich alle Vorschriften zur Verkehrssicherheit eingehalten werden. 

Grundsätzlich bat Kersting um Verständnis dafür, dass bei derart großen Baustellen nicht immer alles reibungslos verläuft. Man sei nach wie vor im Gespräch mit den Anwohnern. Die müssten sich indes noch ein wenig gedulden. Laut Bauzeitenplan sollen die Arbeiten Ende Mai abgeschlossen sein. 

Kamera  „versehentlich“ auf Gegenverkehr ausgerichtet

Beim Kreis Unna war zu erfahren, dass bei der Tempo-Messung auf der Goerdelerstraße wegen der Baustellen-Situation eigentlich nur die vom Hansaring einfahrenden Autofahrer kontrolliert werden sollten. Eine Kamera sei dann aber „versehentlich“ auch auf den Gegenverkehr ausgerichtet worden. Die dabei geblitzten Autofahrer – laut Kreis-Sprecherin Constanze Rauert „ein gutes Dutzend“ – könnten davon ausgehen, von einem Knöllchen verschont zu bleiben. 

Der Anwohnerin geht es mit ihrer Kritik an der Blitzer-Aktion sowohl darum, dass Autofahrer nicht zu Unrecht zur Kasse gebeten werden, als auch um die Sicherheit von Kindern, die zu Fuß zur Schule gehen. Generell gilt: Wer auf das Gefahrzeichen Nr. 123 („Achtung Baustelle“) trifft, hat besonders umsichtig zu fahren.

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