Werne und Ascheberg besonders betroffen

Acht Monate Bus statt Bahn: Erste Details zum Schienenersatzverkehr zwischen Dortmund und Münster

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Mindestens acht Monate lang fährt in Werne kein Zug.

Genau einen Monat vor dem Beginn der Sperrung der Bahnstrecke zwischen Lünen und Münster vom 6. Januar bis zum 12. August 2020 gaben die Betreiber viele Details bekannt, vor allem zum Schienenersatzverkehr. Drei Buslinien sorgen dafür, dass Werne und Ascheberg weiter angefahren werden. Das Wichtigste in der Übersicht: 

Werne/Münster – Zur Erinnerung: Umfangreiche Reparaturmaßnahmen am Eisenbahndamm sind der Grund für die bereits seit langem angekündigte Vollsperrung des Nahverkehrs zwischen Lünen und Münster. Während der achtmonatigen Sperrung wird ein Spundwand-Stützbauwerk in den Dammkörper eingebaut, um diesen langfristig zu stabilisieren. 

Betroffen von der Vollsperrung sind allen Voran die Bahnfahrer aus Werne und Ascheberg, da die Reparaturarbeiten in Bereichen dieser beiden Kommunen stattfinden. 

Wie komme ich von Münster nach Dortmund und andersherum? 

Wer die gesamte Streckenlänge fahren möchte, dem rät Keolis Deutschland als Anbieter des Schienenersatzverkehrs, auf die Zugverbindungen zwischen Hamm und Dülmen auszuweichen. 

Wie sieht der Schienenersatzverkehr aus? 

Es wird drei Ersatz-Buslinien geben: 

  • Linie A fährt von Lünen Hauptbahnhof bis Davensberg Bahnhof über diese Haltestellen: Lünen Hauptbahnhof, Werne Stadthaus, Werne Bahnhof, Capelle Dorf, Capelle Bahnhof, Ascheberg  Bahnhofsweg, Ascheberg Altenwohnheim, Davensberg Bahnhof. 
  • Linie B fährt als Schnellbus von Werne Bahnhof über Werne Stadthaus nach Davensberg Bahnhof. 
  • Linie C fährt von Davensberg Bahnhof bis Selm Bahnhof über die Stationen: Davensberg Bahnhof, Ascheberg Altenwohnheim, Ascheberg Bahnhofsweg, Nordkirchen Rathaus, Selm Bahnhof (dort mit Anschluss an die RB51 nach Lünen/Dortmund). 

Interessant an den Haltestellen ist, dass nicht nur die Bahnhöfe angefahren werden. Weil diese früher oftmals erst nach der Errichtung von Städten gebaut wurden, sind sie manchmal außerhalb der Innenstadt. Deshalb, so Thomas Ressel vom Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), habe man auch stadtnahe Haltestellen in die Buspläne aufgenommen. So, wie das Stadthaus in Werne. Die genauen Zeitpläne haben die Betreiber noch nicht veröffentlicht. 

Wie läuft der Schienenersatzverkehr ab? 

„Wir werden schon in den ersten Tagen sehen, ob alles funktioniert“, sagte Ressel und fügte hinzu, dass der Schienenersatzverkehr so aufgenommen werde, „dass wir nachsteuern können“. Er teilte zudem mit, dass mit höheren Kapazitäten begonnen werde, da die Auslastung der Busse nicht absehbar sei. Einer der Gründe: Erfahrungsgemäß würden nicht alle Bahnfahrer und Pendler den alternativen Service nutzen und stattdessen auf das eigene Auto oder Fahrgemeinschaften umsteigen. 

Gab es Absprachen mit betroffenen Kommunen?

Ja. Die Maßnahme werde von allen Gebietskörperschaften mitgetragen, betonte Thomas Ressel vom NWL. Er erklärte zudem, dass es bereits „umfangreiche Probefahrten“ hinsichtlich des Schienenersatzverkehrs gegeben habe. Wichtig auch: Geklärt ist, dass während der acht Monate auf den Busstrecken keine Baustellen sein werden. 

Was muss man in Ascheberg beachten? 

Zweierlei: Der Ascheberger Bahnhof kann während der Vollsperrung insgesamt nicht genutzt werden, da es währenddessen Baumaßnahmen vor dem Bahnhof geben wird. Außerdem betonte Thomas Ressel, dass die Fahrgäste den Davensberger Bahnhof nicht mit Autos anfahren sollen. Die Parkplätze würden dort weitgehend wegfallen, weil der Platz für den Schienenersatzverkehr benötigt werde. 

Was, wenn die Bauarbeiten länger dauern? 

Dann habe man die Möglichkeit, so Markus Vierhaus von der Deutschen Bahn, die Bauarbeiten auch nachts weiterzuführen. Er betonte aber, dass dies in Werne nicht im innerstädtischen Bereich sein würde. 

Gibt’s Geld zurück? 

Pendler mit Abokarten bekommen später zwei Monate gratis. Weitere Aktionen sind geplant, aber noch nicht fix.

Infoveranstaltungen 

Noch mehr Informationen bekommen die Bürger und Bahnfahrer bei zwei Bürgerinformationsveranstaltungen in Werne im Stadthaus am Dienstag, 10. Dezember, um 11 Uhr sowie in Ascheberg im Großen Bürgerforum im Rathaus Ascheberg am Mittwoch, 11. Dezember, um 18 Uhr.

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