Der Bagger ist angerückt

Abriss des ehemaligen Schwesternwohnheims hat begonnen

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Spektakuläre Einblicke ermöglicht der Abrissbagger zurzeit am ehemaligen Schwesternwohnheim des St. Christophorus-Krankenhauses.

Werne – Stück für Stück reißt der riesige Greifarm das Mauerwerk heraus. So, als wäre es Papier. Doch handelt es sich hierbei nicht um Papier, sondern um Stahlbeton, der das ehemalige Schwesternwohnheim am St. Christophorus-Krankenhaus zusammenhielt – bis zu dieser Woche.

Denn seither ist ein Bagger mit dem Abriss des 52 Wohneinheiten großen Gebäudes beschäftigt und bietet dabei ein beeindruckendes Schauspiel sowie spektakuläre Einblicke. „Endlich“, zeigte sich Uwe Schenk erleichtert, dass der Abriss nun in vollem Gange ist. Denn zuletzt waren die Arbeiten ins Stocken geraten – krankheitsbedingt, wie der Geschäftsführer der Jugendhilfe Werne als Träger jener Kita, die auf dem Areal des früheren Schwesternwohnheims gebaut werden soll, erklärte. 

Gut zwei Wochen soll der Abriss dauern, obwohl er planmäßig schon Mitte September hätte fertig sein sollen. Anfang Juli begannen die Vorarbeiten. Auch wenn es beim Abriss um rohe Gewalt geht, ist trotzdem Vorsicht angesagt – vor allem bei den Wänden. Denn weil die aus großen Betonplatten bestehen, würde das Herausreißen einer kompletten Platte dafür sorgen, dass das Gebäude „wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt“, erklärte Schenk. 

Beim Beginn der Abrissarbeiten am ehemaligen Schwesternwohnheim schauten Jugendhilfe-Geschäftsführer Uwe Schenk und Verwaltungsleiterin Katharina Böckenholt genau hin.

Weil das zu gefährlich sei, müsse die Abrissfirma immer kleine Stücke mit dem Greifarm heraustrennen – „als wenn die Wand angeknabbert wird“, sagte Schenk bildlich gesprochen. Wie Verwaltungsleiterin Katharina Böckenholt hinzufügte, würden die verschiedenen Materialen schon während des Abrisses sortiert, sodass am Ende der zwei Wochen nur noch die großen, am Boden liegenden Steine gebrochen werden müssten. 

Los ging der Abriss des in der 1970er Jahren gebauten Gebäudes am Dienstag mit dem Abtrennen der Balkone. Sobald das seit einem Jahr leer stehende Gebäude, das schon lange nicht mehr nur an Mitarbeiter des Krankenhauses vermietet wurde, Geschichte ist, geht es direkt weiter: Denn dann beginnen die Vorarbeiten für die neue „Kita am Wald“, ehe der Neubau daran anschließt. 

Betriebskita für Mitarbeiter des St. Christophorus-Krankenhaus

Zur Erinnerung: Es wird zwei eingeschossige Gebäude geben, die durch einen Durchgang verbunden werden. Auf rund 800 Quadratmeter finden eine U3-Gruppe, zwei Gruppen für Kinder von zwei bis sechs Jahren sowie eine für Drei- bis Sechsjährige Platz. Im 300 Quadratmeter großen Bereich wird es eine U3-Gruppe geben sowie eine gemischte Gruppe für Zwei- bis Sechsjährige – und zwar für die Eltern, die im St. Christophorus-Krankenhaus arbeiten. In der Betriebskita ist – anders als im anderen Kita-Teil – aufgrund des Schichtdienstes in der Klinik eine 24-Stunden-Betreuung der Kinder angedacht, zumindest, sofern der Bedarf da sei, wie Schenk erklärte. 

Umgebaut wird auch ein Teil des Parkplatzes neben dem ehemaligen Schwesternwohnheim, auf dem sechs Haltebuchten entstehen, an denen die Eltern ihre Kinder herauslassen können. Für die bis zu 20 Mitarbeiter wird ein Parkplatz im hinteren Bereich des Areals gebaut. Jugendhilfe-Geschäftsführer Schenk ist zuversichtlich, dass Ende 2020 alles fertig ist und der Kita-Betrieb am neuen Standort beginnen kann. 

Bis dahin sind die aktuell drei Gruppen in der alten Barbaraschule untergebracht. Übrigens: Eigentlich hatte alles schon gut ein Jahr früher fertig sein sollen. Verhindert hätten dies technische Probleme. Denn die Straße „Am See“, über die das Schwesternwohnheim, das Nebengebäude und das Krankenhaus erreichbar sind, ist eine Privatstraße. Aus diesem Grund laufen alle öffentlichen Versorgungsleitungen für die drei Gebäude durch den Keller des ehemaligen Schwesternwohnheims. 

Erst vor dem Abriss habe man dies aber festgestellt, erklärte Uwe Schenk. Ebenfalls zeitraubend: Die Leitungen waren nicht dort, wo es die alten Pläne vermuten ließen.

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