Abgas-Skandal: Kreis Unna hat schon fünf Autos stillgelegt

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Der Diesel-Skandal erreicht den Kreis Unna: Das Kraftfahrtbundesamt teilt der hiesigen Straßenverkehrsbehörde nach und nach mit, welche betroffenen Halter ihr Fahrzeug noch nicht haben umrüsten lassen. Diesen droht die Stilllegung. Fünf Fahrzeuge befinden sich derzeit in der Betriebsuntersagung.

Werne/BerGKAMEN - Im Zuge des Diesel-Abgas-Skandals hat die Kreis Unna bereits fünf betroffene Fahrzeuge stillgelegt, weil deren Betriebserlaubnis wegen illegaler Abschaltvorrichtungen erloschen ist.

Der Skandal beschäftigt die hiesige Straßenverkehrsbehörde bereits seit geraumer Zeit. Sie erlässt auf Betreiben des Kraftfahrtbundesamtes Ordnungsverfügungen gegen Halter, die der Aufforderung zur Durchführung kostenloser Software-Updates nicht nachkommen. Eine erste Frist zur Umrüstung war Ende April abgelaufen – unter anderem für Fahrer eines VW Amarok. 

Drei Verfahren ruhen zurzeit, weil die Betroffenen Klage eingereicht haben und die hiesige Straßenverkehrsbehörde auf die Anordnung einer sofortigen Vollziehung verzichtet. Mit diesem juristischen Schritt könnten weiteren Autobesitzer einer Stillegung ihres Vehikels zuvorkommen.

Elf Diesel-Fahrer mit juristischem Beistand

Laut Silke Neubert, Sachgebietsleiterin Zulassungsstelle, sind im Kreis Unna bis dato rund 70 Halter von Selbstzündern betroffen. 17 haben demnach nach nochmaliger Aufforderung an der Rückrufaktion teilgenommen und ein Software-Update installieren lassen. Insgesamt elf Halter hätten einen Rechtsanwalt damit beauftragt, das Verfahren für sie juristisch zu begleiten. 

Von den betroffenen Haltern wohnen zwei in Werne, sechs in Bergkamen und drei in Bönen. Die Stadt mit den meisten Fällen ist derzeit Lünen mit 15 Fahrzeugen vor Kamen (13). Laut Neubert spiegeln die Angaben aber nicht in Gänze die Realität wider, da zu Beginn der Rückrufaktion nicht alle Fahrzeuge gelistet worden waren und bisher noch nicht alle nachgetragen wurden. 

Verlängerte Anhörung für die Halter 

Der Kreis sei mit seinem ordnungsbehördlichen Verfahren weitestgehend der Empfehlung des Kraftfahrtbundesamtes gefolgt, erläutert Neubert. Jedoch erhielten die Halter nicht noch einmal ein Informationsschreiben, sondern direkt die Anhörung. Diese werde dafür mit einer verlängerten Frist von insgesamt vier Wochen versehen. Die Entscheidung, nicht gleich die sofortige Vollziehung anzuordnen, ist demnach der bisherigen Dauer des Gesamtverfahrens seit Bekanntwerden der Motorenmanipulation geschuldet. Eine Eilbedürftigkeit werde nicht mehr gesehen.

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