Freilichtbühne Werne

„Aber bitte mit Schlager“ macht 700 Fans glücklich

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Von „Blue Bayou“ bis zu „99 Luftballons“: Beim Konzertabend „Aber bitte mit Schlager“ reihte sich ein bekannter Titel an den nächsten. Die Interpreten setzten Stimme und Körper ein.

Werne – Würden Sänger auch Kilometergeld erhalten, hätten Martina Witt und ihr Ensemble sicher einen Bonus verdient. Bei ihrer Show „Aber bitte mit Schlager“ nutzten sie am Freitagabend jeden freien Quadratmeter der Freilichtbühne zum Singen und Tanzen – zur Begeisterung von 700 Schlagerfans.

Dass sich der Mai an seinem letzten Tag von unerwartet sonniger Seite zeigte, trug sicher dazu bei, dass die Schlagerparade in der Freilichtbühne trotz des Brückentags nach Christi Himmelfahrt sehr gut besucht war. Und bereits vor Beginn der Show entsprach die Stimmung dem Wetter:

Freilichtbühne Werne : "Aber bitte mit Schlager"

Das Bühnenrund hallte wieder von fröhlich plaudernden Menschen, die mit einem Aperol Spritz anstießen oder ein kühles Bier genossen. Dazu wippten sie mit den Füßen im Takt zu den aufwärmenden Sambarhythmen und Soundtracks vom Band. Dann kündigten wummernde Beats die vier Künstler an: Martina Witt und ihre Tochter Sissi, Kerstin Schneider und Erik Biel.

Liebes-Ballade zum Auftakt

Sie ließen es langsam angehen, mit der Schlager-Ballade „Liebesroman“, die Martina Witt 1996 den Durchbruch gebracht hatte. Als sie dann „Blue Bayou“ ankündigte, in der Version von Paola, seufzte das Publikum erwartungsvoll auf. Es wurde nicht enttäuscht: Witt ließ die sehnsuchtsvolle Melodie mit Leidenschaft bis in die Baumwipfel schallen. Die Sängerin und ihre Truppe wussten genau, womit sie ihr Publikum ködern konnten. Da reichte es, die ersten Takte von „Im Wagen vor mir“ ins Mikro zu summen, und die Menschen frohlockten. Um den Song zu interpretieren, brauchten Martina und Erik den gesamten oberen Zuschauerrang. Sie – das Mädchen im Wagen davor – rannte singend das Bühnenrund entlang, er folgte ihr, während er seinen Part zum Besten gab. Die Zuschauer feuerten beide mit lautem Klatschen an.

Ein Tänzchen mit dem Publikum

In dem Tempo ging es weiter. Zum Udo-Jürgens-Klassiker „Mit 66 Jahren“ tobte Erik über die Bühne, sprang auf den Rasen und rockte dort weiter. Hier und dort reckten Zuschauer beim Refrain zustimmend eine Faust in die Höhe. Den prägnanten Auftakt zu „99 Luftballons“ klatschten die Leute taktfest mit, ebenso sicher ergänzten sie den Refrain, wenn die Interpretin Kerstin Schneider sie dazu aufforderte. 

„Seemann, lass das Träumen“ animierte ganze Reihen zum Schunkeln. Und Martina Witt holte sich während einer längeren Instrumentalpassage einfach einen Herrn aus der ersten Reihe zum Tanzen auf den Rasen. An vorderster Front oder sogar mitten im Publikum singen, dieses Prinzip machte sich auch Witts Tochter Sissi zu eigen, egal, ob sie unbekümmert „Er gehört zu mir“ ertönen ließ oder den DSDS-Siegessong von Beatrice Egli: „Mein Herz“. So sprühte die Revue vor Bewegung und wer keinen Solo-Part übernahm, rockte im Hintergrund auf einem Bühnenpodium.

„Es ist hier so wunderschön idyllisch und gemütlich“

Das Publikum war gebannt, was sich auch daran zeigte, dass während der Show nur vereinzelte Zuschauer für Getränkenachschub sorgten. Dafür kamen die von der Freilichtbühne und ihrem Förderkreis betreuten Imbiss- und Getränkestände in der Pause voll auf ihre Kosten. „Der Erlös fließt in unsere Arbeit“, sagte Geschäftsführerin Karin Zurstraßen. Hinter ihr ließ eine gut gelaunte Frauenclique aus Lünen gerade ihre Cocktailgläser aneinander klingen. „Das ist zwar nicht das Olympiastadion in Berlin“, sagte eine der Frauen in Erinnerung an ein Helene-Fischer-Konzert. „Aber hier ist es so wunderschön idyllisch und gemütlich.“

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