ABC-Einsatz am Stadthaus

Briefe mit weißem Pulver: Polizei tappt weiter im Dunkeln

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Das Stadthaus war am 8. Mai gesperrt, die vierte Etage des Gebäudes evakuiert worden.

Werne – Briefe mit einem verdächtigen weißen Pulver hatten Anfang April in mehreren Städten, darunter Werne, für Großeinsätze von Polizei und Rettungskräften gesorgt. Wer hinter diesen ominösen Kuverts steckt, ist nach wie vor unklar.

„Wir ermitteln noch“, sagt Vera Howanietz, Sprecherin der Kreispolizei in Unna, auf WA-Anfrage. Hinweise auf den oder die Täter gebe es derzeit nicht, man warte auf weitere Laborergebnisse.

Insgesamt sechs Vorfälle an zwei Tagen

Rückblende: Ein erster Brief war am Morgen des 8. April im Werner Stadthaus eingegangen. ABC-Alarm wurde ausgelöst, das Gebäude abgesperrt, dessen vierte Etage, in der sich die Poststelle befindet, evakuiert. Am Mittag konnte Entwarnung gegeben werden. Bei dem Stoff handelte es sich um Backpulver, wie die Dortmunder ATF (Analytischen Taskforce) nach Überprüfung in ihrem mobilen Labor festgestellt hatte.

Im Laufe des Tages gingen weitere Kuverts mit dem Pulver im Katharinen-Hospital in Unna ein sowie im Fröndenberger Justizvollzugskrankenhaus. Tags drauf wieder drei Briefe. Adressaten diesmal: Ikea in Kamen, die Polizeiwache in Fröndenberg und die Agentur für Arbeit in Unna. Letzteres Kuvert wurde allerdings in der Hauptstelle der Behörde in Hamm geöffnet.

Ermittlungen haben keine oberste Priorität

„Wir gehen auch diesem Fall von Unna aus nach“, sagt Howanietz mit Blick auf die sich ähnelnden Fälle. Die Ermittlungen allerdings würden keine oberste Priorität genießen, betont die Polizeisprecherin. Zwar hätten die Geschehnisse zu Großeinsätzen geführt und großes Aufsehen erregt, die Straftaten selbst wögen aber im Vergleich zu anderen eher gering, weil niemand gefährdet war oder gar verletzt wurde. „Es bewegt sich wohl im Bereich der Androhung einer Straftat“, sagt Howanietz. Am Ende aber müsse die Staatsanwaltschaft die strafrechtliche Bedeutung der Vorfälle einordnen.

Stadt: Rettungsabläufe funktionieren

In der Sitzung des Ausschusses für Soziales, bürgerschaftliches Engagement und öffentliche Ordnung hieß es am Mittwoch, der ABC-Alarm in Werne sei für alle Beteiligten sowie für die Mitarbeiter der Verwaltung äußerst belastend gewesen. Er habe aber auch aufgezeigt, dass die Rettungsabläufe in der Stadt funktionieren.

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