A1-Ausbau: Stockum fordert bestmöglichen Lärmschutz

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Der Rastplatz „An der Landwehr“ soll rückwärtig auf einer Breite von 180 Metern keinen Schallschutz erhalten.

Stockum - Stockum liegt unmittelbar an der A1. Kein Wunder, dass das Thema Lärmschutz eine gewichtige Rolle spielte bei der Bürgerinfo zum sechsspurigen Ausbau am Dienstagabend in der Gaststätte Tingelhoff.

Dazu hatte Straßen.NRW eingeladen, deren Regionalniederlassung Münsterland die Federführung bei den Planungen inne hat. Fast ein Dutzend Mitarbeiter der Landesbehörde stellten sich im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen „Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung“ den Fragen der rund 60 Gäste. Zwei Stunden dauerte die Veranstaltung, zu der Straßen.NRW-Abteilungsleiter Christian Müller begrüßte. In den ersten 30 Minuten stellte Projektleiter Roland Krumm der Ausbau-Entwurf.

Vor allem Lkw-Verkehr nimmt zu

Krumm legte eine aktuelle Verkehrsprognose vor, um die Notwendigkeit des Ausbaus zu belegen. Wurden im Abschnitt zwischen Hamm-Bergkamen und Hamm-Bockum/Werne im Jahr 2015 noch täglich rund 63 000 Fahrzeuge gezählt, soll sich die Zahl bis 2030 um 22 Prozent auf über 77 000 erhöhen, wobei der Lkw-Anteil sogar um 48 Prozent steigt. Deshalb, so Krumm, entstünden auf den Rastplätzen entlang der A1 viele weitere Stellflächen.

Auch wenn der Rastplatz „An der Landwehr“ in Stockum nicht erweitert, sondern nur angepasst werden soll: Mit den Planungen für diesen Bereich zeigten sich viele Bürger am Dienstag unzufrieden. Der Grund: Rückwärtig, also hin zum Ort, soll auf 180 Metern Breite keine Lärmschutzwand entstehen und schon heute würden etwa die Kühlgeräte von Lkw nachts enorm Krach verursachen.

Kein doppelter Schallschutz an Rastplatz

Warum nicht den geplanten Schallschutz zwischen Platz und Fahrbahn zurücksetzen, lautete der Vorschlag. Einwand der Planer: Das bringe faktisch eine Verschlechterung. Lärm könne wirksam nur dort bekämpft werden, wo er entstehe. Und der Bau einer zusätzlichen Wand? Das würde bei 180 Metern Länge und acht Metern Höhe zwischen 576 000 und 864 000 Euro kosten, hieß es. An einen Rückbau des Rastplatzes wie im Fall „Overberger Busch“ sei nicht gedacht, so die Antwort auf einen entsprechenden Vorschlag aus dem Plenum.

Der für Lärmschutz zuständige Straßen.NRW-Vertreter betonte, dass sich die Planungen nach den gesetzlichen Vorgaben richten müssten. Stockum erhalte das Maximum dessen, was sich an aktiven Lärmschutz umsetzen ließe. „Wir möchten den Ausbau so verträglich wie möglich gestalten“, beteuerte Müller. Das gelte für die Anwohner und auch für die Kraftfahrer, denen während der Maßnahme stets zwei Fahrspuren in beide Richtungen zur Verfügung stünden.

Auch Entwässerung ist Thema

Bedenken gab’s am Dienstag auch in Sachen Entwässerung. Das Regenwasser soll in vier Rückhaltebecken fließen, wobei eines an der Nordbecke entsteht, in die das Wasser dann kontrolliert abgeleitet werden soll. Künftig sei mit weniger Nass auf den Äckern und feuchten Kellern zu rechnen, hieß es.

Eine weitere Bürgerinfo zum A1-Ausbau findet am Donnerstag, 26. April, ab 18 Uhr in der Bürgerhalle Hamm-Pelkum statt. Fragen an die Planer sind möglich per Mail an die Adresse kontakt.rnl.msl@strassen.nrw.de.

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