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Markt-Händler halten am Vormittag fest

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Von: Dirk Wilms

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Hubertus Holtschulte und Jens Kruse wehren sich gegen Verlegung
Hubertus Holtschulte und Jens Kruse wehren sich gegen Verlegung © Dirk Wilms

Die Diskussion um den Welveraner Wochenmarkt, die in der vergangenen Woche im Rahmen des Gemeindeentwicklungsausschusses aufkeimte, bringt die Beschicker auf die Palme. Jens Kruse bietet als dienstältester Händler schon seit fast 30 Jahren seine Fleisch- und Wurstwaren in Welver an. Für ihn steht fest: „Ein Wochenmarkt gehört auf einen Vormittag.“ Darüber will er alsbald auch mit Bürgermeister Camillo Garzen sprechen, nachdem in der Ausschusssitzung über alternativen Öffnungszeiten des Marktes gesprochen worden war.

Welver - Der Illinger Gemüsebauer Hubertus Holtschulte verweist bei diesen Überlegungen auf seine Arbeitszeiten: „Die Äußerungen von einigen Politikern sind uns ein Dorn im Auge. Sie wollen den Markt abends haben, das können wir nicht. Wir stehen an Markttagen jetzt im Herbst und Winter um fünf Uhr auf, im Sommer sogar schon um vier“, deutet er an, dass es für ihn und seine Mannschaft schon vor dem Morgengrauen losgehe.

„Wir können nicht freitags bis in den Abend hinein in Welver auf dem Marktplatz stehen, denn wir haben samstags unseren wichtigsten Markt in Hamm“, macht er deutlich, dass nach einem Markttag die nicht verkaufte Ware eingelagert werden muss, vor allem in der warmen Jahreszeit. Das wäre abends nicht zu leisten, wenn es am nächsten Morgen wieder in aller Frühe aus den Federn geht.

„Ich muss ja auch noch zwischendurch auf die Felder und ernten“, verweist er darauf, dass er nicht nur Blumenkohl und Gurken, Auberginen und Möhren, Sellerie und Zwiebeln verkauft, sondern auch selber anbaut und erntet. „Die Ware kommt bei uns direkt vom Feld auf den Markt.“

Gebühren kein Problem

Holtschulte betont, dass er dem Wochenmarkt in Welver die Treue halte, weil er auch viele treue Kunden habe. Der Umstand, dass am Kirmesfreitag nur drei Beschicker vor Ort waren, führt er auf unglückliche Umstände wie Erkrankungen und Fahrzeugdefekte zurück. Vielmehr habe der vergangene Freitag mit sechs Ständen schon gezeigt, dass sich das Angebot durchaus sehen lassen kann. „Alle 14 Tage kommen zudem noch die Gewürze, und auch Honig wird oft angeboten“, weiß er.

Gleichwohl wäre der ein oder andere zusätzliche Stand wünschenswert. Keine Bedenken hat er bezüglich der Gebühren. „Das ist nicht der Punkt“, hat er ebenso keine Befürchtungen, dass fliegende Händler die Szenerie beherrschen könnten. „Da hätte ja das Ordnungsamt Möglichkeiten einzugreifen.“

In den sozialen Medien war nach dem Anzeiger-Bericht in der Samstags-Ausgabe eine rege Diskussion entbrannt, in der Siegfried Gendries aus Welver Stellung bezog: „Der Wochenmarkt in Welver ist wichtig für unsere Nahversorgung. Alle reden von regionaler Vermarktung und wir haben das Angebot schon seit vielen Jahren in Welver. Zudem ist er ein wichtiger Treffpunkt in der dörflichen Gemeinschaft.

Plädoyer für Verlegung

Wenn wir weiter regionale Ware und Abwechslung vom „Discounter-Einerlei“ wollen, dann sollten wir uns als Bürger für den Erhalt des Welveraner Wochenmarktes einsetzen. Wir freuen uns auf den freitäglichen Käse- und Gemüse-Einkauf auf dem Wochenmarkt in Welver.“ Gendries stellt auch die Frage: „Warum soll der Freitagmorgen kein guter Zeitpunkt sein?“

Andere Nutzer regen an, über eine zeitliche Verlegung des Wochenmarktes nachzudenken, verweisen darauf, dass vormittags die meisten Menschen arbeiten. Märkte ausschließlich am Morgen stattfinden zu lassen, sei ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Der Zeitpunkt sei nicht mehr zeitgemäß, ein arbeitnehmerfreundlicherer Termin könnte durchaus vorteilhafter sein. Allerdings wird auch die Frage gestellt, ob die Marktbeschicker überhaupt zu einem anderen Zeitpunkt noch Zeit haben.

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