Sanierung

Das wird aus dem "Buchenwald"

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Gregor Primus, links, und André ter Schüren wollen den Charme der alten Gaststätte „Zum Buchenwald“ auf jeden Fall erhalten.

Zwei Investoren bauen Wohnungen in die oberen Etagen. Der Saal bleibt erhalten, ebenso der Charme von Welvers ehemaliger guter Stube.

Welver – Gegründet am 2. Juli 1895, war die Gaststätte „Zum Buchenwald“ mehr als ein ganzes Jahrhundert das Ziel vieler Ausflügler, die gesellige Kaffeetafeln und Theater- und Tanzveranstaltungen suchten und hier in der Gaststätte und im angrenzenden Buchenwaldsaal fanden. 

Mit Sonderzügen und Kremserwagen zogen früher ganze Heerscharen von Gästen zu dem weit über die Grenzen des Kreises Soest bekannten Ausflugslokal. Seit einigen Jahren steht dieses Gebäudeensemble mit Gaststätte und Saal leer. Jetzt haben sich zwei Unternehmer ein Herz gefasst und wollen das historische Gebäude in seiner vollen Blüte und mit unverändertem Charme wieder erstrahlen lassen. 

Langer Vorlauf

André ter Schüren ist in Welver geboren und hat daher einen Ortsbezug, sein Partner Gregor Primus ist mit dem ehemaligen Eigentümer Karl-Heinz Wiemer befreundet. Die Idee war bereits im Dezember 2018 da, die Entscheidung, den Gebäudekomplex zu kaufen und von Grund auf zu sanieren fiel dann im April 2019. Danach dauerte es allerdings noch ein paar Monate, erst im August wurde der Kaufvertrag unterschrieben. 

„Wir hatten fast den Eindruck, als wollte Karl-Heinz Wiemer gar nicht verkaufen“, sagen die beiden neuen Eigentümer über den zähen Kauf, wissen jedoch, dass es eine große Verpflichtung für Wiemer war, dieses denkmalgeschütze Gebäude in verantwortungsvolle Hände zu geben. „Wir wollen den Charme des Gebäudes auf jeden Fall erhalten, eine gute Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt ist uns daher ganz wichtig“, betont ter Schüren. 

Vier Wohnungen

Vier Premiumwohnungen sollen in den Etagen über der Gaststube entstehen, zwei mit 75 Quadratmetern im ersten Obergeschoß und zwei Maisonettewohnungen im zweiten Obergeschoß und dem Dachgeschoß mit je 95 Quadratmetern. Im Schankraum scheint die Zeit in der Gründerzeit stehen geblieben, dieser soll auf jeden Fall komplett erhalten bleiben. Der früher auf Hochglanz polierte Kupfertresen, das alte Grammophon, die historische Kasse, die fünfeckigen Tische und das alte Ecksofa – die älteren Gaststättenbesucher kennen die Gaststätte noch aus den Zeiten, in denen Tante Betty, wie sie von ihren Gästen liebevoll genannt wurde, das Bier zapfte – und genau so soll es erhalten bleiben. 

„Selbst die alten Fenster werden ausgebaut, restauriert und danach wieder eingebaut“, sagt Primus, allerdings wird ein zusätzliches vorgebautes Fenster die energetischen Anforderungen erfüllen. Auch die sanitären Anlagen werden neu gebaut, wo früher der Durchgang zum Buchenwaldsaal war, sollen nun moderne Toilettenanlagen entstehen, die alten Toiletten werden abgerissen. Ein Anbau am rückwärtigen Teil der Gaststätte wird für die vorgeschriebenen Fluchtwege der oberen Wohnungen sorgen. 

Summe unbekannt

Der Zeitplan für die Sanierung der Gaststätte wird von den beiden Investoren auf rund ein Jahr veranschlagt, über die benötigten finanziellen Mittel schweigen sie höflich und lassen auch keine Spekulationen darüber zu. Fest steht lediglich, dass in dem Gesamtkomplex dann aber auch die Renovierung des Buchenwaldsaals, der im Anschluss in Angriff genommen wird, enthalten ist. Wie auch im Schankraum soll dort eine Eventgastronomie entstehen, die für Hochzeiten, Ausstellungen und Konzerte gemietet werden kann. Und natürlich wird dort auch Karneval gefeiert, sodass die Welveraner Festmeile wieder komplett ist. Wo bisher der Tresen im Saal war, wird eine Toilettenanlage gebaut, der Tresen kommt weiter in Richtung Bühne.

Quelle: Soester Anzeiger

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