Diskussionen um Standgebühren

So bekommt Welvers Wochenmarkt besonderen Weihnachtsflair

Jutta und Hans-Joachim Nölken vom Obst- und Gemüseanbau in Scheidingen schätzen am Welveraner Markt die Nähe zum Betrieb und die Stammkundschaft.
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Jutta und Hans-Joachim Nölken vom Obst- und Gemüseanbau in Scheidingen schätzen am Welveraner Markt die Nähe zum Betrieb und die Stammkundschaft.

Der Wochenmarkt in Welver soll vor Weihnachten ein besonderes Flair erhalten. Dabei wird noch über die ganzen normalen Standgebühren diskutiert.

Welver – An den vier Freitagen vor Weihnachten wird der Wochenmarkt auf Initiative von Welver 21 durch fünf weihnachtliche Marktbuden unterstützt. An den jeweiligen Markttagen präsentieren unterschiedliche Aussteller ihre Geschenkideen. Die Termine sind am Freitag, 27. November, 4. , 11. und 18. Dezember jeweils zu den regulären Marktzeiten. Einen Tag vor dem Starttermin, am 26. November, stellt der Gewerbeverein seinen Weihnachtsbaum vor dem Rathaus auf. Der sorgt für die richtige vorweihnachtliche Stimmung. Schon jetzt hat der Wochenmarkt eine neue Marktbeschickerin. Kerstin Schmied aus Werl präsentiert alle 14 Tage Brotaufstriche und Chutneys. Demnach ist sie am 27. November auch dabei.

Der Wochenmarkt hat Maskenpflicht. Es gelten die Regeln: Abstand, Hygiene, Alltagsmasken (AHA). Mit dieser Aktion unterstützt Welver 21 den Wochenmarkt in Welver, für alle Welveraner Bürger. Kay Philipper: „Kauft regional, kauft auf dem Wochenmarkt, unterstützt den regionalen Einzelhandel.“

Märkte sind beliebt, vor allem in den Städten kommen die Kunden sehr gerne, doch in einem „Städtchen“ wie Welver? Lohnt sich hier das Geschäft für die Markthändler noch? Denn bevor der erste Euro verdient ist, steht schon fest, dass Standgebühren anfallen. Und das nicht zu knapp.

Nach dem aktuellen einstimmigen Ratsbeschluss fallen bei regelmäßigen Marktständen 3,40 Euro pro Meter Standfläche pro Wochenmarkt an. Die Mindestgebühr für einen Stand, der bis zu einem Meter lang ist, beträgt 3,50 Euro pro Tag. Für die langen Fisch-, Obst- und Gemüsestände bedeutet das neben den Kosten für die An- und Abreise allein schon mal Kosten von gut 30 Euro pro Markttag. Geld, das man erstmal verdienen muss, denn das Standgeld muss ja mit Gewinn aus dem Verkauf erwirtschaftet werden. Der Marktbeschicker muss also schon einen ganz schönen Umsatz und damit Gewinn machen, um erst mal die Kosten für Fahrten und Standgebühren zu erwirtschaften.

Im Rat fragte sich daher seinerzeit bei der Beratung über die Anpassung der Satzung für die Standgelder Ratsherr Kay Philipper (Fraktion Welver 21), ob es nicht Sinn mache, die Gebühren zu senken oder ganz abzuschaffen, um den Marktplatz Welver attraktiver zu machen.

Der Anzeiger hörte sich daraufhin bei einigen Marktbeschickern um: „Würde uns freuen, wenn die Quartalsrechnungen wegfallen würden“, sagen dazu lächelnd Jutta und Hans-Joachim Nölken vom Obst- und Gemüseanbau in Scheidingen. Sie kommen schon fast zehn Jahre auf den Markt in Welver. Die Nähe zum Betrieb und die Stammkundschaft machen den kleinen Markt im Zentralort für sie interessant. Mehr Attraktivität durch weniger Gebühren würden sie begrüßen.

Thomas Weber vom Käsefachhandel Eva Weber aus Lippetal-Oestinghausen ist die Standgebühr nicht so wichtig. „Muss die Gemeinde selber wissen“, sagt er. Da er aus Oestinghausen keine weite Anreise hat und Fahrtkosten und Verschleiß sich in engen Grenzen halten, kommt er auf den Marktplatz in Welver.

„Ganz human“, fand Edeltraud Thöne vom Stand „Fischdelikatessen“ die Standgebühren in Welver. Woanders sei es hingegen „unverschämt“, blickte sie auf die Gebühren in einer nahen Kreisstadt. Für sie und ihren Mann Markus lohnt sich sogar die weite Anreise aus Anröchte, weil die Stammkunden in Welver eine große Auswahl an Frischfisch und Fisch-Delikatessen in der Umgebung finden. Edeltraud Thöne lobte auch die Leute von der Verwaltung, die den Markt auf der Marktstraße betreuen. „Die sind wirklich sehr nett“, hat die Anröchterin festgestellt.

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