Sirenen kommen aber wieder in Mode

Notfälle: Welvers Warnsystem ist einzigartig

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Auf dem Feuerwehrgerätehaus in Borgeln ist diese Sirene deutlich zu erkennen.

Die Gemeinde Welver ist in vielerlei Hinsicht einzigartig - das gilt auch für Notfälle. Dann häufig wird dort noch mit Sirenen gewarnt.

Welver – Sirenenalarm ertönte vergangene Woche in Schwefe. Gegen 20.30 Uhr war über den Notruf Rauchentwicklung in einem Mehrfamilienhaus an der Straße „Zum Vulting“ gemeldet worden.

Nach kurzer Zeit rückten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mit einem Großaufgebot an. Die Feuerwehr Welver betrat das Gebäude unter Atemschutz und konnte schnell den Ursprung des Rauches feststellen: Ein Elektroherd hatte gebrannt. Mehrere Einsatzkräfte retteten insgesamt neun Personen aus dem Mehrfamilienhaus. Rund 50 Einsatzkräfte des Löschzugs 2 der Feuerwehr Welver waren neben der Polizei und dem Rettungsdienst vor Ort.

Sirenenalarm ist (noch) eher ungewöhnlich in Zeiten der Melder, die jeder Feuerwehrmann hat und die ihn benachrichtigen, wenn es einen Einsatz gibt. „Der Sirenenalarm kommt gerade wieder in Mode, um die Bevölkerung zu warnen“, sagt Kreispressesprecher Wilhelm Müschenborn auf Nachfrage. Überall im Land würden Sirenen getestet und neue installiert werden, so dass flächendeckend gewarnt werden könne.

In Welver dagegen hat der Sirenenalarm Tradition. „Bis vor ein, zwei Jahren hatte bei uns noch nicht jeder Feuerwehrmann einen Melder. Inzwischen haben wir weitere angeschafft und jetzt hat jeder einen“, sagt der Sprecher der Welver Feuerwehr, Dirk Steinweg. „Der Sirenenalarm erfolgt zusätzlich, auf Wunsch der Löschgruppe.“ Schließlich habe gerade tagsüber nicht jeder seinen Melder immer zur Hand. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr seien schließlich berufstätig oder würden anderen Tätigkeiten nachgehen, bei denen der Melder schon einmal überhört werden könne. „Wir nutzen die Sirenen natürlich nicht, wenn irgendwo eine Mülltonne brennt, aber wenn Menschen in Gefahr sind, etwa bei einem Hausbrand oder einem schweren Verkehrsunfall, erfolgt er zusätzlich“, erklärt Steinweg. 

Welver besteht aus 21 Ortschaften und hat drei Feuerwehrzüge, die in 13 Löschgruppen gegliedert sind. Zu dem Einsatz an der Straße „Zum Vulting“ seien ein Löschzug und sechs Löschgruppen ausgerückt. „Da wir keine eigene Drehleiter haben, wurde ein Leiterwagen aus Soest angefordert. 

Welche Informationen werden eigentlich über den Melder verbreitet? 

Dirk Steinweg zählt auf: „Datum, Uhrzeit, Einsatznummer, ein Stichwort – etwa Brand zwei, das wäre der Wohnungsbrand – die Adresse und ein Infotext, zum Beispiel ,Menschen im Gebäude’.“ Die so Alarmierten fahren dann zum Gerätehaus, ziehen sich um und machen sich mit dem Löschfahrzeug auf den Weg zum Einsatzort. 

Wie viele Helfer benötigt werden, entscheidet erst einmal die Leitstelle. „Tagsüber müssen sie davon ausgehen, dass viele Helfer verhindert sind. Da werden dann auch schon mal drei bis vier Löschgruppen alarmiert, um sicherzugehen, dass genug Helfer kommen.“ Die Leitstelle erfährt per Funk, wenn eine Gruppe ausrückt. „Eine Gruppe besteht aus neun Personen. Einsatzleiter ist der erste eintreffende Gruppenleiter. Der entscheidet vor Ort, ob gegebenenfalls nach alarmiert werden muss“, erklärt Steinweg. 

Am Dienstagabend wurden insgesamt neun Personen aus dem Mehrfamilienhaus gerettet. Ein Kleinkind habe eine Rauchvergiftung erlitten, die weiteren Bewohner konnten unverletzt ins Freie gebracht werden.

Von Ilka Platzek

Quelle: Soester Anzeiger

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