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Stefan Pake plädiert für Fußgängerzone

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Von: Dirk Wilms

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Die Bördehalle hat nach 50 Jahren ausgedient. „Sie ist marode“, weiß Ortsvorsteher Stefan Pake.
Die Bördehalle hat nach 50 Jahren ausgedient. „Sie ist marode“, weiß Ortsvorsteher Stefan Pake. © Dirk Wilms

„Ich bin ganz offen, es wurde in Welver jahrelang viel verschlafen!“ Stefan Pake, seit gut einem Jahr Ortsvorsteher im Zentralort der Gemeinde, nimmt kein Blatt vor den Mund. So hat der CDU-Ratsherr auch weitgehend klare Vorstellungen, wie der Maßnahmen-Stau in den nächsten Jahren angegangen werden sollte.

Welver - Als Vater einer sechsjährigen Tochter vertritt er zum Beispiel eine Meinung zur Umgestaltung der Ortsmitte, die nicht unbedingt deckungsgleich ist mit seinen christdemokratischen Fraktionskollegen: „Die Mehrheit ist laut der Umfrage aus dem Sommer zwar für eine Einbahnstraßenregelung. Ich hingegen würde es befürworten, wenn die Straße Am Markt zwischen Sparkasse und Post zur reinen Fußgängerzone gemacht würde.“

Denn: „Ich hätte als Familienvater Bedenken, meine Tochter dort frei laufen zu lassen.“ Die Sicherheit für die schwächsten Verkehrsteilnehmer steht für den 50-Jährigen ganz oben auf der Agenda. Auch die Sorgen der Anwohner in Sachen Anliegerkosten treiben ihn um. Das Argument fehlender Parkmöglichkeiten in der Ortsmitte zieht für ihn nicht. „Wir haben hinter Rossmann genug Parkplätze, dazu welche an der Bahnhofstraße und an der Volksbank. Zudem würde ich auf dem Marktplatz mehr Parkplätze einrichten, dazu auf dem Filetstück“, schlägt er vor.

Gleichwohl ist sich der Ortsvorsteher darüber im Klaren, dass letztendlich wohl eine Einbahnstraßenregelung die Mehrheit bekommt. Er würde in diesem Fall eine Zufahrt vom Kiosk aus befürworten; außerdem wäre eine Durchfahrt an der Sparkasse zur Ladestraße eine Möglichkeit, vor allem an Markttagen. Im Falle des freien Grundstücks gegenüber der Post würde er zwar eine Umwandlung in Parkplätze bevorzugen. Wenn der Besitzer aber darauf bestehe, hier ein Gebäude zu errichten, müsste dies in die Umgebung passen, dürfe kein allzu großer Klotz werden.

In der Frage der Parkmöglichkeiten rund um neue Projekt auf dem Raiffeisengelände setzt er darauf, dass der Investor reichlich Platz in einer Tiefgarage schafft. Zudem würde Pake den Zubringerverkehr zum Bahnhof am Ostbusch konzentrieren. Von einem Parkdeck hält er nicht viel: „Das passt hier nicht hin.“ Vielmehr würde er den Wall zwischen Bahngelände und Ostbusch in Richtung Schwarzer Weg abtragen, um dort Parkflächen zu schaffen. Hierher sollte auch die Bus-anbindung des Zentralorts verlagert werden.

Grundschule nach Meyerich verlagern

Die Neugestaltung des Bahnhaltepunktes und die Möglichkeit der Schaffung einer Stichstraße vom Ostbusch über die Brandenburger Straße in Richtung Hachenstraße entlang eines neuen Baugebietes hinter dem Rijk-Zwaan-Gelände macht für Pake auch die alte Hauptschule an der Wolter-von-Plettenberg-Straße als Standort für die Grundschule attraktiv: „Die Kinder könnten durch die neue Unterführung auf ganz kurzem Weg zur Schule gelangen.“

Pake befürwortet wie seine Parteikollegen die Verlagerung der Bernhard-Honkamp-Grundschule nach Meyerich. Hier gebe es ganz andere Möglichkeiten mit dem freien Gelände im Umfeld. Die Substanz des Altgebäudes sei gut, ein Erweiterungsbau könnten nach allen modernen Gesichtspunkten geplant werden. „In der jetzigen Schule gibt es nur Treppen ins Obergeschoss, die Aula ist viel zu klein.“

Vorteil wäre zudem, dass bei einer Verlagerung der Schule die Kinder während der Bauphase in keiner Weise durch Lärm beeinträchtigt würden. „Sollten wir am alten Standort das Lehrschwimmbecken und die Turnhalle abreißen, um mehr Platz für die Schule zu schaffen, wäre dies mit erheblichem Lärm für mehr als ein Jahr verbunden“, fürchtet der Ortsvorsteher.

Dass das aktuelle Lehrschwimmbecken keine Zukunft mehr hat, steht für ihn außer Frage: „Da kann man einen Haken dran machen.“ Dem Vorschlag, das Lehrschwimmbecken ins Sportzentrum zu verlagern, um es dort mit einer neuen Bördehalle in kleinerem Format zu verbinden, kann Pake derweil durchaus Positives abgewinnen. Als ehemaliger Chef der Horrido-Schützen würde er wie viele seiner Vereinskollegen gewiss den Abriss der jetzigen Halle mit einem weinenden Auge sehen. Schließlich haben die Schützen in den vergangenen 25 Jahren im Schnitt 6000 Euro jährlich in das inzwischen 50 Jahre alte Gebäude gesteckt. „Es ist aber leider marode und unwirtschaftlich geworden.“ Da nützen auch die fein hergerichteten Räumlichkeiten auf der Empore und die renovierte WC-Anlage im Erdgeschoss nichts. Außerdem: „Die Zeiten sind vorbei, in denen wir eine so große Halle brauchten.“

Zum Thema alte Hauptschule plädiert Stefan Pake dafür, die jetzige Nutzung als Unterkunft für Asylbewerber nicht zu verlängern. „Wir hatten bei der Einrichtung den Anwohnern erläutert, dass es sich um eine Übergangslösung handelt“, sieht er die Gemeinde im Wort. Daher befürwortet er den Bau von Schlichthäusern an geeigneter Stelle. Das könne in den Ortsteilen sein, aber auch beispielsweise am Ostbusch auf dem ehemaligen Sägewerks-Gelände. Das Übergangswohnheim in Eilmsen sei angesichts des Zustands keine Alternative mehr.

Feuerwehr könnte am Finkenweg bleiben

Sollte sich die Verlagerung der Grundschule nach Meyerich umsetzen lassen, könnte, so Pake, die Feuerwehr am jetzigen Standort verbleiben und ausgebaut werden. Dann wäre eine Verlagerung des Gerätehauses an die Kreuzung nahe dem Heiligenhäuschen nicht notwendig. Dieses freie Gelände sei schließlich nie für eine solche Nutzung vorgesehen gewesen, als das Baugebiet im Hagen konzipiert wurde. Das aktuelle Schulgelände ließe sich schließlich auch für Wohnbebauung nutzen.

Auch zum Gewerbegebiet Ostbusch bezieht Stefan Pake Stellung: „Wenn mir so etwas vor die Tür gestellt würde, würde ich mich auch dagegen wehren. Daher verstehe ich die Leute.“ Doch könne das Gebiet so geplant werden, dass der Lärm von Ostbusch und Pferdekamp weitgehend fern gehalten werde. „Da kommt ja auch kein 40-Tonner hin. Da fahren morgens und nachmittags die Mitarbeiter der Firmen zur Arbeit. Abends dürfte es ruhiger sein als in der Nähe eines Sportplatzes“, beruhigt Pake.

Die Gemeinde müsse den Gewerbebetrieben in Welver eine Perspektive bieten und auch daran denken, langfristig Gewerbesteuern zu generieren. Gleichwohl würde auch der Ortsvorsteher des Zentralortes eine interkommunale Zusammenarbeit an der Peripherie der Gemeinde bevorzugen.

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