Rat diskutiert

Mehr Bürgernähe in Welver mit neuer App?

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So sieht die Webseite sags.schorndorf.de aus, auf der Bürger Mängel eintragen können.

Welver – Wie kann die Bearbeitung von Bürgeranliegen verbessert werden? Diese Frage stellte sich im Vorjahr die FDP-Fraktion im Rat der Gemeinde Welver.

Fraktionsvorsitzende Monika Korn beantragte daher die Einführung eines effizienten Service-Formulars, das an alle Haushalte versandt werden soll sowie weiterhin die Initialisierung einer Bürger-App nach dem Vorbild der App „Sag‘s Schorndorf“, der Daimler-Stadt in Baden-Württemberg. 

Der Rat wird sich am kommenden Mittwoch, 13. November, von der Firma Leanact aus Braunschweig die Bürger-App „Meldoo“ präsentieren lassen, um dann zu beraten, ob Welver eine solche Bürger-App einführen und die entsprechenden Summen dafür ausgeben will. Der Vorstoß der FDP hat inzwischen ein erstes Ergebnis gebracht. Kämmerer Camillo Garzen berichtete, dass das Welveraner Service-Formular in Papierform, auf dem Bürger ihre Anliegen unkompliziert an die Verwaltung weiterleiten können – zum Beispiel mit den Grundsteuer-Bescheiden – seit Anfang des Jahres an die Bürger versendet wird. 

Erste Anfragen per Service-Formular

Die Anfragen der Bürger würden auch von den jeweils betroffenen Fachabteilungen beantwortet. Genauere Angaben zu den Anfragen und Anliegen, die Bürger mit dem Service-Formular bekundet haben, gab es auch auf Anzeiger-Nachfrage bei der Gemeinde bisher nicht. In der Begründung für ihre Initiative pro Bürger-App formuliert Monika Korn: „Immer wieder kommt es zu Mängeln und Missständen, die bei der Vielzahl der öffentlichen Einrichtungen fast zwangsläufig sind. Die Gemeinde sollte um schnelle Abhilfe bestrebt sein. Das setzt allerdings voraus, dass die Gemeinde über einen Mangel informiert wird. Die Bearbeitung von Bürgeranliegen muss verbessert werden, denn bei der Bearbeitung kommt es oftmals zu Verzögerungen, Verständnisfehlern und Problemen mit der Zuordnung der Ansprechpartner. Dieses führt zu Verärgerung von Bürgern und Mitarbeitern der Verwaltung. Eine Verbesserung kann erreicht werden, indem Bürgeranliegen zukünftig über ein standardisiertes Formular aufgenommen werden und Bürger zeitnah eine qualifizierte Rückmeldung erhalten. Die Ortsvorsteher sollten hier mit eingebunden werden.“ 

Digitales Dienstleistungszentrum soll her

Ziel muss es laut Korn weiterhin sein, ein digitales Dienstleistungszentrum der Gemeinde zu schaffen, mit dem der Bürger schnell und unbürokratisch Kontakt mit der Gemeinde aufnehmen kann. Entsprechende Gelder wurden in den Etat für 2019 in Höhe von 10 000 Euro bereits eingestellt. Korn: „Mit einer Welveraner-Bürger-App oder ,Sag‘s Welver‘ wird diese Art der Bürgermeldungen in Städten und Gemeinden erfolgreich praktiziert. Moderne Technologie macht es möglich, hier einen direkten Ansatz zu wählen.“ Dank einer Bürger-App könne schnell und effizient der Kontakt zu den zuständigen Stellen in der App herausgesucht und hergestellt werden. „Dadurch können viele Prozesse beschleunigt werden, von denen die Bürger direkt betroffen sind, und die Bürger werden dazu angehalten, sich bewusst für die Gemeinde einzusetzen. Über das Vorgehen sollte anschließend informiert werden, um somit für die Zufriedenheit der Bürger beitragen zu können.“

So funktioniert es:

Beim Service der Schorndorfer Stadtverwaltung können Bürger Ideen und Anliegen ebenso wie Schadensmeldungen oder Störungen unkompliziert einreichen. Das Online-Portal lässt sich zu Hause am PC oder unterwegs am Smartphone bedienen. Die Hinweise müssen zunächst in eine Kategorie eingeordnet und betitelt werden. Anschließend muss man den Fall beschreiben und kann ein Foto anhängen. Zudem sind die persönlichen Kontaktdaten anzugeben, die aber anonym bleiben. Beispiel-Meldungen: Schlechte Wegbeleuchtung, Aufzug kaputt, Überfüllter Mülleimer, Schild ausgeblichen, Bordsteinkante zu hoch, Schlagloch, Ampel defekt, Straßenlärm, Falschparker. Die Fälle bekommen individuelle Status zugeteilt – „ungeprüft“, „in Bearbeitung“ und „gelöst“. 

Quelle: Soester Anzeiger

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