Photovoltaik in der Warteschleife

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Im Bereich „Hinterste Twietenfeld“ an der „Hohen Brücke“ in Klotingen ist an der Bahnlinie zwischen Soest und Hamm auf einem Hektar Land ein weiterer Solarpark geplant. Zu den Photovoltaik-Systemen sollen sich Freiland-Hühner gesellen.

Welver – Grundsätzlich sind alle Politiker in Welver mehr oder weniger für die Nutzung von Solarenergie, doch zunächst will man einiges wissen.

Bürgermeister Uwe Schumacher fand die Forderung nach Beantwortung von detaillierten Fragen zu den drei geplanten Photovoltaik-Anlagen im Außenbereich nahe Klotingen und Borgeln „lächerlich“, die klare Mehrheit im Ausschuss schloss sich jedoch der Meinung von Helmut Peters (SPD), Kai Philipper (Welver 21) und Cornelia Plassmann (Grüne) sowie Karl-Heinz Wiemer (CDU) an, die zunächst Antworten von der Bauverwaltung haben möchten, ehe eine Grundsatz-Entscheidung gefällt wird. 

Fragen zu den geplanten Standorten

Cornelia Plassmann hatte schon im Vorfeld um Antworten auf ihre Fragen (siehe Kasten) gebeten. Bauamtsleiter Detlev Westphal hatte keine mitgebracht. Daraufhin erzürnte sich Helmut Peters, der in einer empörten Rede forderte, die Verwaltung solle arbeiten und ihm mit entsprechenden Informationen die Entscheidungshilfen verschaffen. Er wolle unter anderem wissen, was die Landwirte, die Jäger und die Feuerwehr zu den Solaranlagen sagen. „Können die das überhaupt löschen?“ 

Vorteilsuche für die Gemeinde Welver

Kay Philipper begrüßte die Initiativen der Investoren, wollte dabei aber auch einen Vorteil für die Gemeinde Welver sichern. Er forderte im Gegenzug zu seiner Zustimmung, dass sich entweder der Firmensitz der Anlagen in Welver befinden solle (falls Gewerbesteuer gezahlt werden muss) oder sich die zu gründenden Welverschen Gemeindewerke beteiligen können oder die Flächen in jeder Form nur biologisch (also ökologisch und naturnah) genutzt werden dürfen. Auch für den Ausschuss-Vorsitzenden Karl-Heinz Wiemer (CDU) galt die Devise, dass erst Informationen her müssen, ehe es losgehen kann mit der Änderung des Flächennutzungsplans und der Aufstellung der Bebauungspläne. Für ihn hat der „Schutz der Bürger oberste Priorität“, erinnerte Wiemer an die Problematik, die sich durch die Genehmigung von Windrädern ergeben habe, die heute viel zu nahe an der Wohnbebauung stehen. 

"Zehn Fachleute, zehn Meinungen"

Peter Holuscha (BG) sah sich noch unentschieden in Sachen Solarparks. „Zehn Fachleute, zehn Meinungen“, fasste er seine Recherchen zusammen. „Sonnenenergie ist eine gute Sache. Was wollen wir aber mit dem Strom, wenn wir ihn gar nicht brauchen und es nicht genug Speicherkapazitäten gibt?“, fragte er im Ausschuss. Wolfgang Daube (CDU) schloss sich der Auffassung von Bauamtsleiter Detlev Westphal an. Die anstehenden Fragen würden im Verlauf des Planungsverfahrens bei der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange geklärt. Sein Mitstreiter Andreas Braun (CDU) sah die Sache anders. 

Blumen sind nicht zu ersetzen

Es sei nicht schön, wenn nach und nach die Flächen an den Bahnlinien zugepflastert würden. Solaranlagen könnten keine Blumen im Feld ersetzen. Auch Braun erhob Anspruch auf Antworten, ehe eine Grundsatzentscheidung gefällt werde. Dem Antrag von Wolfgang Daube, das Planverfahren zu starten, stimmte am Ende nur er alleine zu. Die große Mehrheit folgte dem Antrag von Philipper und dem Anspruch auf Antworten für die kommenden Sitzungen. Investoren, die die Diskussion im Rathaus verfolgt hatten, verließen daraufhin enttäuscht den Saal, bedeutet der Beschluss für sie doch eine weitere Verzögerung einer Entscheidung.

Fragen der Grünen an die Verwaltung

Welche Kompensationsmaßnahmen sind vorgesehen? . Ist eine Abschirmung zum nahen Siedlungsbereich angedacht? . Sind Betriebsgeräusche oder Regen für die Anwohner wahrnehmbar? . Gibt es hinsichtlich der Auswirkungen auf das Vogelschutzgebiet Einschätzungen von Naturschutzverbänden? Welche Arten kommen vor und könnten negativ beeinträchtigt werden? . Sind die betroffenen Flächen hinsichtlich der Bodengüte besonders wertvoll? . Gibt es ausreichend Fläche für Bio-Landwirte in der Gemeinde Welver? . Gibt es Hinsichtlich der Nutzung von erneuerbaren Energien ein Konzept in Welver? . Gibt es die Möglichkeit, dass sich Bürger an den Solarparks beteiligen?

Quelle: Soester Anzeiger

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