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Welveraner freuen sich auf neue Ortsmitte

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Von: Dirk Wilms

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Edeltraud und Siegfried Menzel äußerten auch ihre Meinung zur Umgestaltung der Ortsmitte.
Edeltraud und Siegfried Menzel äußerten auch ihre Meinung zur Umgestaltung der Ortsmitte. © Dirk Wilms

Wenn Wilma Brüske mit dem Bürgerbus nach Welver kommt, muss sie mit ihrem Rollator Obacht geben, welchen Weg sie einschlägt. Das holprige Pflaster in einigen Bereichen rund um den Marktplatz ist für die Dame aus Dorfwelver nicht ohne, birgt es doch Stolpergefahren. Daher freut sie sich, dass dort demnächst Abhilfe geschaffen wird. Die Umbaumaßnahmen in der Ortsmitte von Welver stoßen bei ihr daher durchaus auf ein positives Echo.

Welver - So war der Tenor bei vielen Passanten, die sich zu den Plänen äußerten, wie in den Jahren 2023 und 2024 das Zentrum umgestaltet werden soll. Die neue Bauamtsleiterin Katrin Hofma stellte sich gemeinsam mit Stefanie Fuest aus der Verwaltung sowie Jacqueline Thate und Niklas Förstemann vom Architektenbüro Pesch und Partner den Fragen der Bürger, Zugleich nahmen sie zahlreiche Anregungen auf.

So betonten Edeltraud und Siegfried Menzel, dass ihnen das Parken vor dem Kiosk ein Gräuel ist. „Da stehen oft Autos an beiden Straßenseiten. Wenn man dort mit dem Fahrrad vorbeifährt, muss man aufpassen, dass man nicht vor eine Autotür fährt, die plötzlich aufgemacht wird“, haben sie schon erfahren. Daher sehen sie es auch kritisch, dass es in diesem Bereich auch in Zukunft Gegenverkehr geben wird.

Denn die Planungen sehen vor, dass vom Kreisverkehr an der Bahnhofstraße auf den Marktplatz gefahren werden kann und auch wieder zurück. In Höhe der Bäckerei Neuhaus beginnt dann die Einbahnstraße, die hinter der Post am Finkenweg endet. Vier öffentliche Parkplätze auf dem Marktplatz sind direkt vor der ehemaligen Gaststätte Kötter vorgesehen.

Die jetzigen Parkflächen in der Mitte des Marktplatzes sollen weichen. An dieser Stelle sind zwei weitere Bäume neben der bestehenden Platane vorgesehen sowie Sitzgelegenheiten. Das wird dazu führen, dass der Wochenmarkt in Richtung Rathaus verschoben wird. „Wir haben mit den Beschickern gesprochen und werden am nächsten Freitag ausprobieren, wie die Stände anders angeordnet werden können“, kündigt Alicia Sommer von der Gemeindeverwaltung an.

„Wir werden das testen, wie wir den Aufbau hinbekommen“, sind die Beschicker laut Joachim Nölken gesprächsbereit. Der Scheidinger Obst- und Gemüsehändler ist seit acht Jahren in Welver auf dem Markt, muss mit seinem Transporter ziemlich manövrieren, um seinen breiten Stand aufbauen zu können.

Schrittgeschwindigkeit

Auf der Fläche, wo demnächst die Marktstände zu finden sein werden, soll ein Wasserspiel im Pflaster integriert werden, das bei Bedarf abgestellt werden kann. „Ob das so nötig ist, wo wir alle sparen sollen“, hegte eine Passantin Zweifel an diesem Vorhaben. Andere brachten ins Spiel, die Energie für das Wasserspiel durch Photovoltaik zu generieren. Wichtig ist den meisten Bürgern, dass die Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz verbessert wird.

Dazu würde für Franz Pake auch beitragen, wenn auf dem Platz und auf der Straße Am Markt die Regeln für eine Spielstraße eingehalten würden. „Man darf hier nur Schrittgeschwindigkeit fahren, darauf muss geachtet werden. Sonst muss man die Tasse festhalten, wenn man beim Bäcker draußen Kaffee trinkt“, hat er kein Verständnis für Autofahrer, die oft dort viel zu schnell fahren.

Das hat auch Gina-Maria Robert erfahren. Als Auszubildende in der Gemeindeverwaltung, die aus Bergkamen kommt, hat sie schon kritische Situationen erlebt: „Auf dem Weg zur Post und zurück wurde ich beinahe von einem Autofahrer übersehen.“ Viel zu schnell werde hier gefahren. „Vor den Geschäften habe ich einen regelrechten Kampf um Parkplätze erlebt. Dabei schadet es doch nicht, wenn man ein paar Schritte laufen muss“, regt sie an.

So gibt es im direktem Umfeld reichlich Parkplätze, wie den Äußerungen vieler Bürger am Infostand zu entnehmen ist. Auf der Straße Am Markt sind auf einer Seite Parkplätze eingeplant, wobei vor der Apotheke und vor den Arztpraxen auch jeweils ein Behinderter-Parkplatz gewünscht wird. Die Fläche vor dem Imbiss hingegen soll mit Spielgeräten und Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen.

Unstrittig ist die Verkehrsführung in eine Richtung zwischen Sparkasse und Post. Ingeborg Kuchinke aus Dinker unterstützt dieses Vorhaben und begrüßt, dass Fahrräder in beide Richtungen chauffiert werden können. Dietmar Lorant merkt an, dass bei der Ausfahrt nicht zu Ende gedacht worden sei.

Er regt an, dass die Gemeinde das Filetstück erwirbt. „Dann kann der Verkehr direkt Richtung Bahnhofstraße geführt werden zu einem Kreisverkehr“, fordert er eine Entzerrung dieses neuralgischen Punktes. „Der Kreisverkehr könnte dann so groß angelegt werden, dass auch fünf Straßen einmünden könnten“, so der Welveraner.

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