Beim Gottesdienst auf der Internationalen Automobilausstellung in München

Welveraner Filmteam auf der IAA

André Aßheuer (links) und Patrick Studnic (Mitte) waren in Berlin bei Jan Heckmann vom VDA zu Gast.
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André Aßheuer (links) und Patrick Studnic (Mitte) waren in Berlin bei Jan Heckmann vom VDA zu Gast, um das Vorhaben „IAA-Gottesdienst“ zu besprechen.

Die Begeisterung für Technik ist Patrick Studnic in die Wiege gelegt. Der 18-Jährige hat als Sohn eines Kfz-Mechatronikers von Kindesbeinen an mit motorisierten Fortbewegungsmitteln zu tun. Klar, dass er es kaum erwarten konnte, mit seiner 125er-Maschine über die Straßen der Niederbörde kurven zu können. Inzwischen ist er stolzer Besitzer des Auto-Führerscheins und daher ganz gespannt auf das, was ihn am 10. September und den folgenden Tagen erwartet.

Welver - Denn da kann sich der Kameramann vom Filmteam der katholischen Kirchengemeinde St. Maria Welver in seinem zweiten Hobby verwirklichen, das natürlich mit Technik zu tun hat. Er und seine Mitstreiter fahren zur Internationalen Automobil-Ausstellung nach München, wo sie auf Einladung des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) Gottesdienste und Podiumsdiskussionen filmen und auf ihren Kanälen veröffentlichen werden.

Patrick Studnic zählt zu dem Technikteam, das seit Beginn der Corona-Pandemie vor anderthalb Jahren dafür sorgt, dass die Gottesdienste per Internet zu verfolgen sind. Ostern 2020 war die Feuertaufe, inzwischen ist das technische Equipment dank großzügiger Sponsoren so weit ausgebaut und das Knowhow so weit ausgereift, dass sich die Welveraner Crew an eine solche Herausforderung wie die IAA heranzutrauen wagt.

Zustande gekommen ist der Kontakt durch Jan Heckmann, den Welvers katholischer Pastor André Aßheuer von seiner früheren Dienststelle in Bösperde als Messdiener kennengelernt hat. Heckmann ist inzwischen beim VDA Projektleiter für die IAA und lud Aßheuer und Studnic zu einem Vorabgespräch in die VDA-Zentrale nach Berlin ein. „Der Klimawandel zwingt zur Aufgabe von Blockaden in den Köpfen“, gab Heckmann den Welveranern mit auf den Weg.

So reiften Pläne für das Vorhaben in München, dem die St.Maria-Crew mit großer Spannung entgegenblickt. Denn nicht nur Patrick Studnic weiß, was in Sachen Mobilität die Stunde geschlagen hat: „Ich bin ein Fan von Verbrenner-Motoren, liebe den Sound“, outet er sich. „Doch vielleicht lasse ich mich ja von der Elektromobilität inspirieren!“ In München spielen die Verbrenner jedenfalls eine untergeordnete Rolle, E-Autos stehen im Blickpunkt.

Dieses Thema wird auch in den Gottesdienst einfließen, den Pastor André Aßheuer und Gemeindereferentin Dorothee Topp am Sonntag, 12. September, mit der Pfarrei des Franziskanerklosters St. Anna im Münchner Stadtteil Lehel feiern werden. Unter dem Motto „Called for Mobility“, unter dem die gesamte IAA steht, wird es auch ein Predigtgespräch geben, das vom Filmteam St. Maria aufgenommen und gestreamt werden wird.

Moderiert wird es von Tobias Schulte aus der Pfarrei St. Maria, auf dem Podium wird neben dem Mercedes-Chef Ola Källenius auch Burkhard Plett sitzen. Der frühere Welveraner ist heute im Pfarrgemeinderat in Schmallenberg tätig und zugleich Manager im Zulieferbereich der Automobilbranche. „Da geht es um das Themenfeld Christ und Arbeitswelt“, ist auch Pastor Aßheuer gespannt auf die Diskussion.

„Wir sehen die Chance, dass der Glaube eben nicht vor den Werkstoren Halt macht, sondern dass er Produktion und Leben der dort Tätigen berührt und gerade diese Umbruch umweltbewusst gestaltet wird.“

Dass dies ab 10 Uhr live verfolgt werden kann im Internet über den Youtube-Kanal von St. Maria, dafür sorgen Patrick Studnic und seine Mitstreiter. Sie haben dank der Kenntnisse des Mediengestalters Florian Polenz in anderthalb Jahren viel gelernt im Umgang mit der Kamera. So sehen sie sich gewappnet für die Herausforderung in München, die nicht nur den Gottesdienst am Sonntag umfasst. Vielmehr werden die Welveraner auf dem weitläufigen Messegelände, das sich in der ganzen Stadt erstreckt, alle möglichen Eindrücke rund um das Thema E-Mobilität aufnehmen.

„Nachhaltigkeit der Materialien, verantwortlicher Umgang mit Ressourcen, Verantwortung für den Planeten, autonomes Fahren und ethische Fragen stehen im Mittelpunkt und bieten genügend Anknüpfungspunkte für unsere christliche Botschaft“, erwartet Aßheuer vielerlei Motive für das Welveraner Filmteam.

Es bringt im Fahrzeug der Gemeinde das gesamte Technik-Equipment mit, um vor Ort einen Film über die IAA schneiden zu können. „Wir haben vier Terabyte Speicherkapazität“, sind laut Aßheuer die technischen Voraussetzungen gegeben. So werden die Welveraner sicherlich auch ihre fünf Kameras zücken, wenn sie E-Autos in der Stadt testen; vielleicht läuft ihnen sogar Prominenz über den Weg. Mit ihren VIP-Ausweisen haben sie jedenfalls Zugang in alle möglichen Bereiche.

Aßheuer sieht die Fahrt nach München auch als Dankeschön für das Filmteam für deren Engagement in der Corona-Zeit. Untergebracht sind die Welveraner in einem katholischen Gästehaus, ehe sie am 13. September die Rückreise antreten.

Zum Filmteam gehören in der Regie Jana Witt, Florian Polenz, Tobias Schulte und Thomas Klon; an der Kamera Noah Laube, Niclas Ackermann, Hannah Brinkschnieder, Lino Elmerhaus, Benedikt Kalischewski, Jan Ringwelski, Emily Vollmer, Jonathan Zumbusch sowie David und Patrick Studnic.

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