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Weg zur Lippetalschule ist frei für Welveraner Kinder

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Von: Dirk Wilms

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Die Bürgermeister Matthias Lürbke (links) und Camillo Garzen (rechts) freuen sich mit Schulleiter Volker Wendland über die künftige Kooperation.
Die Bürgermeister Matthias Lürbke (links) und Camillo Garzen (rechts) freuen sich mit Schulleiter Volker Wendland über die künftige Kooperation. © Michael Dülberg

Es ist perfekt: Für die Eltern der Viertklässler aus den beiden Welveraner Grundschulen ergeben sich neue Perspektiven für das fünfte Schuljahr. Denn die Kooperation der Gemeinden Welver und Lippetal in Sachen weiterführende Schule ist unter Dach und Fach. „Am Samstag erreichte uns das Schreiben des Regierungsbezirks aus Arnsberg mit der Genehmigung für die Fünfzügigkeit der Lippetalschule“, sagte Lippetals Bürgermeister Matthias Lürbke am Mittwoch sehr erfreut. Damit ist der Weg frei für die Welveraner Schüler an die in Herzfeld angesiedelte Gesamtschule.

Schon in den vergangenen Jahren erfreute sich die Lippetalschule steigender Beliebtheit bei den Eltern der Welveraner Mädchen und Jungen. Einige Mamas und Papas nahmen sogar den Aufwand in Kauf, ihren Sprössling nach Dinker, Vellinghausen oder Berwicke zu kutschieren, wo sie in den Bus klettern konnten, der sie nach Herzfeld beförderte. In überschaubarem Umfang hatten sich schon in jüngster Zeit Kinder aus den nördlichen Welveraner Ortsteilen gen Lippetal orientiert.

Nun soll weit mehr Kindern aus der Gemeinde Welver die Chance eröffnet werden, in Lippetal die weiterführende Schule zu besuchen, die es in Welver seit dem Schließen der Hauptschule im Jahr 2015 nicht mehr gibt. Dazu wird der Schüler-Spezialverkehr ausgeweitet, den die Gemeinde Lippetal in Eigenregie mit dem Busunternehmen Schwertheim organisiert.

Wie Lippetals Bürgermeister Lürbke erläuterte, wird auf jeden Fall der Zentralort Welver zusätzlich angefahren. „Eine Schleife durch das gesamte Gemeindegebiet wird der Bus aber nicht drehen können“, ergänzte sein Welveraner Amtskollege Camillo Garzen bei der Vorstellung des Projekts im Haus Biele in Hovestadt. „Es können auch Kinder aus Scheidingen angemeldet werden, doch wird es dort keine Haltestelle geben.“

Die beiden Bürgermeister sind sich einig, dass die Lippetalschule nicht überrannt werden soll; auch soll kein Konkurrenzkampf mit anderen Schulträgern in umliegenden Städten wie Hamm, Soest und Werl entstehen, wohin die allermeisten Kinder aus der Gemeinde Welver derzeit gehen. Zudem ist die Kapazität der Lippetalschule auch durch die Erweiterung auf fünf Klassen im kommenden fünften Schuljahr nicht unendlich. 135 Anmeldungen können entgegengenommen werden.

Dabei werden geografische Gesichtspunkte bei der Auswahl nicht berücksichtigt, sofern es zu viele Kinder gibt, die nach Herzfeld kommen wollen. Es sei denn, in der Kommune, aus der das Kind kommt, gibt es eine weiterführende Schule, wie es beispielsweise im Falle von Kindern aus Eickelborn sein könnte, die zu Lippstadt gehören. Dies ist aber in Welver nicht der Fall. Vielmehr werden Kriterien zugrundegelegt wie Geschwisterkinder, unterschiedliche Leistungsfähigkeit und Ausgewogenheit zwischen Mädchen und Jungen. Als letzte Möglichkeit gäbe es das Losverfahren.

Laut Schulleiter Volker Wendland gab es im Vorjahr 130 Anmeldungen. „Die Nachfrage dürfte mit der Fünfzügigkeit gedeckt werden können“, ist er optimistisch. „Ich spreche Ablehnungen nicht gerne aus.“ Von extremen Zahlen geht auch Matthias Lürbke nicht aus.

Wenn die tatsächlichen Aufnahmen feststehen, wird der Busfahrplan gestrickt. Dem Lippetaler Bürgermeister zufolge werden auch zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt. „Wir wissen, dass die Busse in der Vergangenheit schon recht voll waren“, ist ihm der Handlungsbedarf bewusst. „Wir müssen auch darauf achten, dass der Schulweg nicht zu lange dauert.“

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