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„Wir sind überall, wo Öl anfällt“

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Von: Dirk Wilms

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Günter Wahl führt das Unternehmen in Schwefe in zweiter Generation.
Günter Wahl führt das Unternehmen in Schwefe in zweiter Generation. © Dirk Wilms

Günter Wahl hätte es sich gewünscht, wenn sein Vater es noch miterlebt hätte. Dem Gründer der Firma war es aber nicht vergönnt, das 50-jährige Bestehen seines Unternehmens mitfeiern zu können. Ein Jahr vor dem Jubiläum ist Günter Wahl senior verstorben. Er hatte am 1. Juli 1971 den Grundstein gelegt für ein Familien-Unternehmen, das in seiner Form weit und breit seinesgleichen sucht. Die Handwerkskammer Dortmund zeichnete die Firma mit einer Ehrenurkunde aus, würdigte damit das jahrzehntelange Wirken der Wahl Tankanlagen GmbH.

Schwefe - Auf einem Bauernhof an der Wohlmeine startete Günter Wahl damals. Der gebürtige Dinkeraner hatte nach seiner Heirat mit der Schweferin Ursula Michaelis den Weg ins das Dorf an Blögge und Amper Bach gefunden. Mit vier Leuten widmete sich Wahl dem Bau von Standort-gefertigten Tankanlagen. Damals rüsteten viele Hausbesitzer ihre Heizungen um von Kohle auf Öl.

Schnell expandierte das Unternehmen und Günter Wahl ergriff 1978 die Gelegenheit, sich am Soestweg in Schwefe zu vergrößern. Er erwarb das Gelände der Landmaschinenschlosserei Langenscheidt, früher Frerk, die auch über eine Shell-Tankstelle verfügte. Hier hatte Günter Wahl genügend Platz zur Erweiterung, baute er doch die Tankanlagen in beträchtlichem Maße in Eigenregie. Auf bis zu 20 Leute wuchs seine Mannschaft an, mit der er landauf, landab unterwegs war.

Bereits 1973 trat Johanna Wixforth als kaufmännische Angestellte in die Firma ein, begleitet seither das prosperierende Unternehmen. „Wo ein Tank ist, sind auch wir“, sind nahezu sämtliche Aufträge seit den Siebzigern über ihren Schreibtisch gegangen. „In all den Jahren haben wir uns von einer Firma, die Heizöls-Tanks baut, entwickelt zu einem Unternehmen, das sich dem Umweltschutz widmet“, berichtet die Ruheständlerin, die immer noch zweimal in der Woche von ihrem Wohnsitz in Castrop-Rauxel nach Schwefe kommt, um dem Juniorchef zur Seite zu stehen.

„Wir sind überall, wo Öl anfällt“, bringt es Günter Wahl auf den Punkt, wenn es um den Wirkungsbereich seiner Firma geht. Vom Tankanlagenbau hat er sich weitgehend verabschiedet. Vielmehr widmen er und sein Meister Jörg Matthes mit ihrer Mannschaft dem Bau von großen Anlagen, um die Kontaminierung des Untergrunds mit Schmierstoffen aller Art zu verhindern. Da werden Produktions- und Lagerhalle mit großen Blechelementen ausgekleidet, die fachmännisch verschweißt werden. Da werden Betankungsanlagen bei Speditionen, Busunternehmen, Bauernhöfen und kommunalen Bauhöfen modernisiert, großflächige Stahlelemente verbaut.

„Wir sind deutschlandweit unterwegs“, beschreibt Jörg Matthes den Wirkungskreis. „Wir waren in Trier und in Rendsburg, in Ludwigshafen und in Berlin“, so Günter Wahl. In der Hauptstadt galt es, auf dem Betriebshof den Tankstellenbereich fachgerecht abzudichten, damit kein Liter Diesel im Untergrund versickert.

Die Firma Wahl stellt auch weiterhin Tanks auf, zum Beispiel für Säuren und für Flüssigdünger. „Dabei verlegen wir auch die Leitungen“, erläutert Wahl. Mit Leitungen hatten sie auch zu tun, als es galt, die Kühlrohre auf der Bobbahn in Winterberg zu sanieren. Dies geschah per Sandstrahlung, einem weiteren wichtigen Arbeitsbereich der Firma aus dem Welveraner Ortsteil.

So sind die Experten firm darin, zum Beispiel den Dieseltank eines Fahrgastschiffes gründlich zu reinigen, wie es auf dem Hennesee geschehen ist. Ebenso waren sie mit ihren Sandstrahl-Geräten an Kirchengemäuern im Einsatz. „Da muss man mit ganz viel Gefühl arbeiten“, sind die Fachleute der Firma Wahl alles andere als nur Männer fürs Grobe.

Sie haben auch im Klinikum in Soest eine Stahlummantelung für den Röntgenbereich gebaut. „Da ging es um den Strahlenschutz“, sind die Angestellten der Firma Wahl auch in diesem Metier bewandert. Sie warten auch regelmäßig Anlagen aller Art. „Wir haben für die Stadtentwässerung in Köln gearbeitet, haben im Hammer Hafen die Löschschläuche gewartet“, schildert Günter Wahl.

So steht das Telefon im Büro am Soestweg selten still, auch zwischen den Feiertagen wird gearbeitet. Dabei kann er sich auf eine treue Mannschaft verlassen. „Viele unserer Auszubildenden sind im Laufe der Jahre übernommen worden“, weiß Johanna Wixforth, die auch schon viele Mitarbeiter hat in den Ruhestand gehen sehen.

Sie will aber auf jeden Fall noch bis zu ihrem 50-Jährigen mitwirken. Das wäre in zwei Jahren der Fall...

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