Eine endlose Geschichte

Prozesstermin gegen Dieb mit Messer erneut geplatzt: Der Zug kam nicht

Prozess gegen Welveraner Dieb mit Messer erneut geplatz
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Über zwei Jahre nach der Tat gibt es immer noch keine Entscheidung darüber, wie die Vorwürfe gegen einen Mann aus Welver juristisch gewertet werden.

Obwohl er nach der ihm vorgeworfenen Tat schnell als Verdächtiger ermittelt und gefasst werden konnte, entwickelt sich die juristische Aufarbeitung des „schweren räuberischen Diebstahls“ für einen inzwischen 38-jährigen Welveraner zu einer schier endlosen Geschichte.

Welver – Nachdem am Montag ein weiterer Termin scheiterte, die Geschehnisse vom 23. September 2019 vor der Strafkammer des Arnsberger Landgerichts gerichtlich zu klären, soll am 17. November ein neuer Versuch unternommen werden.

Der Vorwurf gegen den Mann, der inzwischen in Coesfeld in einer Einrichtung lebt und strafrechtlich auch anderweitig auffällig geworden ist, wiegt schwer: Gegen 21.30 Uhr soll er, so die Anklage, aus den Auslagen eines Supermarktes in Welver zehn Packungen Kaffee genommen und in zwei Umhängetaschen verstaut haben. Nachdem er den Markt verließ, ohne zu zahlen, eilte ihm eine Mitarbeiterin hinterher, hinderte ihn am Wegfahren und griff eine der Taschen.

Der Angeklagte hielt aber an seiner Beute fest und zog ein Messer mit einer 15 Zentimeter langen Klinge, mit dem er Stichbewegungen in Richtung der Frau ausführte und dabei gedroht haben soll: „Ich bring dich um.“ Die Mitarbeiterin konnte dem Dieb schließlich die Tasche entreißen und floh zurück in den Markt, während der Mann auf einem Fahrrad das Weite suchte, von der Polizei aber bald darauf festgenommen werden konnte.

Belastend für Opfer

Seit diesem schnellen Fahndungserfolg aber mahlen die Mühlen der Justiz in Zeitlupe – immer wieder platzten Gerichtstermine aus ganz unterschiedlichen Gründen. Zunächst saß der Mann wegen einer anderen Tat in Haft, dann erkrankte er, Corona führte zu weiteren Verzögerungen.

Am Montag war es, zumindest indirekt, das Wetter, das den Angeklagten daran hinderte, von seinem derzeitigen Wohnort im Münsterland rechtzeitig zur Verhandlung in Arnsberg anzureisen: Wegen diverser Streckensperrungen der Bahn und daraus folgender Zugausfälle kündigte er sein Erscheinen im Laufe des Vormittags zwar mehrfach an, sagte es dann aber wenig später auch wieder ab – ein mühsames Unterfangen, da der Mann nach Angaben seiner Anwältin weder über ein Auto noch ein Mobiltelefon verfügt.

Sichtbar belastend war diese erneute Terminabsage für zwei als Zeuginnen erschienene Mitarbeiterinnen des Supermarktes, die damals als Opfer direkt mit dem Täter konfrontiert gewesen waren.

Sie müssen jetzt, wie alle anderen Verfahrensbeteiligten auch, Mitte November wieder in Arnsberg erscheinen.

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