Welver

Vater zeigt eigenen Sohn an – Welveraner wegen Diebstahls angeklagt

Mit seiner Liebe zu Rollern brachte der junge Welveraner einiges ins Rollen: eine Verhandlung in Soest vor dem Jugendrichter mit drei Anklagepunkten.

Welver –  Zum einen soll der mittlerweile volljährige und strafmündige junge Mann im Mai 2019 einem Kumpel aus dem Gerätehaus in dessen elterlichen Garten das Mountainbike geklaut haben, gemeinsam mit einem nur wenig älteren Freund aus Soest, der dafür mit ihm auf der Anklagebank saß. Der Besitzer habe das Rad ohnehin öfter verliehen. Als der Vater jedoch den Schuppen öffnete, war das Rad futsch, er ging zur Polizei. Dass sein Sohn es auch an die Beschuldigten verliehen haben soll, kam ihm vor Gericht erstmals zu Ohren. Sein Sohn dagegen bestätigte es. Eine Woche später stand es wieder unversehrt im Schuppen. 

"Mein Roller gegen deinen"

Genau vier Monate später soll der junge Mann einen Roller gestohlen haben. Auch hier erstattete der Besitzer Anzeige – gegen den eigenen Sohn, um ihm einen Denkzettel zu verpassen. Zwar wurde der Bericht der Jugendgerichtshilfe unter Ausschluss der Öffentlichkeit verlesen, doch der Junge scheint nicht zum ersten Mal auffällig gewesen zu sein. Von ihm erhielt der Senior ein Foto des Rollers mit dem Vermerk, „mein Roller gegen deinen“. „Denn meinen hatte er kassiert, ich wusste nicht, wo er war, also hab ich seinen genommen“, so der Angeklagte. Der Vater dazu: „Wir hatten ihn kassiert, weil die Nachbarn sich beschwerten, dass er ihnen zu laut war.“ Somit könnte es sich dabei um jenen Roller gehandelt haben, der ihm den dritten Anklagepunkt einbrachte. Vier Tage später wurde er in Hamm mit einem getunten Kleinkraftrad aus dem Verkehr gezogen. 

Geldstrafe verhängt

Das Fahrzeug fuhr deutlich schneller als die erlaubten 25 Stundenkilometer, weshalb er einen Führerschein dafür benötigt hätte. Hatte er aber nicht. Nach Werne in eine Werkstatt habe er fahren wollen. „Von Welver aus?“, wunderte sich der Staatsanwalt, „das ist ja wie von Paris über Palermo nach Pelkum! Da muss es doch auch was in Soest oder Hamm geben!“ Allein der Tatvorwurf der Sachbeschädigung wurde fallen gelassen, denn das Garagentor, hinter dem sich der väterliche Roller befand, sei nicht aufgebrochen worden. Da der Bericht der Jugendgerichtshilfe den Schluss zulasse, dass der Angeklagte langsam „die Kurve kriege“, so der Richter, beließ er es bei einer Geldauflage in Höhe von 1200 Euro zugunsten des Vereins Verkehrswacht. Sein Komplize beim „Leihen“ des Mountainbikes kam mit 30 Sozialstunden davon.

Quelle: Soester Anzeiger

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