Unterschiede in Welver und Lippetal

Alte Autobahnbrücken denkmalwerter als Kanal-Widerlager

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Autobahn-Überführung „Strecke 77“ in der Nähe von Recklingsen.

Welver – Warum sind die Überreste der geplanten Reichsautobahn „Strecke 77“ unter Denkmalschutz gestellt worden, nicht aber die Brückenpfeiler des schon Anfang des 20. Jahrhunderts geplanten Kanals in Lippetal? Diese Frage stellt sich, nachdem die Anträge auf Unterschutzstellung der Kanal-Widerlager negativ beschieden worden sind.

In Lippetal wurden in Heintrop Anfang des Jahres 2015 zwei Kanal-Brückenköpfe zerstört, weil der Bund das Weideland auf dem die Brückenköpfe standen, verkaufen wollte. Der Käufer wollte die Steinblöcke aber nicht auf dem Grundstück haben. 

Daraufhin sorgten sich die Denkmalschützer um das „Überleben“ der weiteren Kanal-Brückenköpfe. Ihre Spur zieht sich recht gerade vom Ende des Datteln-Hamm-Kanals am Kraftwerk „Westfalen“ nach Osten. Am Wirtschaftsweg von Eilmsen nach Schmehausen stehen die ersten Brückenköpfe, die nächsten beiden an der Vellinghauser Straße nahe dem Umspannwerk und der Kreuzung zur Lippestraße/Postweg. Hier steht der südliche auf Welveraner Gebiet, der nördliche liegt noch auf Hammer Gebiet (Foto oben). 

Keine Gefährdung

Weitere Kanal-Pfeiler auf der Linie standen in Heintrop, die in Hultrop, in Oesterheide und bei Niederbauer stehen noch. Der Kanal sollte ursprünglich bis nach Lippstadt führen, in Hovestadt war ein kleiner Hafen vorgesehen, ein Nebenarm des Kanals sollte sogar die Stadt Soest anbinden. 

Zwar scheinen die Kanalpfeiler nicht gefährdet, weil zumindest einer am Sandweg in Lippetal auf dem Grund und Boden der Gemeinde steht, dennoch ist es schwer verständlich, warum Autobahn-Relikte in Welver seit 2012 geschützt sind, nicht aber die Kanal-Überreste in Welver und Lippetal. 

Anfragen an das Landesdenkmalamt in Münster und bei der Unteren Denkmalbehörde in Lippetal hat der Anzeiger gestellt.

Quelle: Soester Anzeiger

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